am Freitag, 24März2017

Allein in Deutschland fristen derzeit über 300 000 Hunde ihr Dasein im Tierheim. Während einige von ihnen schnell in ein neues Zuhause vermittelt werden können, warten andere jahrelang auf ihre Vermittlung. Natürlich haben unproblematische, gesunde und junge Hunde bessere Chancen, schnell eine Familie zu finden. Zu den wichtigsten Entscheidungskriterien für einen Tierschutzhund gehört jedoch mehreren Studien zufolge auch das Aussehen des jeweiligen Vierbeiners.

Tierschutz und das Internet

In nahezu jedem Lebensbereich spielt mittlerweile das Internet eine große Rolle. Auch im Tierschutz wird diese Entwicklung deutlich. Ein Großteil der Tierschutzvereine verfügt über eine Internetpräsenz und stellt die zu vermittelnden Tiere dort vor. Zusätzlich gibt es größere Datenbanken, in denen vereinsübergreifend sich auf Pflegestellen oder im Tierheim befindende Hunde eingetragen werden. Wer auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied aus dem Tierschutz ist, kann dort nach Hunden einer bestimmten Größe oder Rasse suchen.

Mit der wachsenden Bedeutung des Internets für die Vermittlung von Tierschutzhunden spielt deren Online-Präsentation eine wichtige Rolle. Deswegen untersuchten Wissenschaftler, ob die Qualität und Art der Fotos in den Vermittlungsanzeige einen Einfluss darauf haben, wie schnell ein Hund vermittelt wird.

Bessere Fotos-schnellere Vermittlung?

Inserate von Tierschutzhunden enthalten in der Regel neben Bildern des jeweiligen Vierbeiners auch einen Text, um ihn näher vorzustellen. Die dort beschriebenen Charaktereigenschaften oder Verhaltensprobleme beeinflussen zusammen mit Faktoren wie der Größe und der Rassezugehörigkeit natürlich auch die Vermittlungsgeschwindigkeit. Um möglichst ausschließlich den Einfluss der Fotos zu bewerten, wurden deshalb in der Studie einer veterinärmedizinischen Fakultät in Großbritannien ausschließlich schwarzfarbige, mit Menschen und Artgenossen verträgliche Labrador Mischlinge verwendet. Die Forscher analysierten dann die Bildqualität und maßen die Zeitdauer bis zur Vermittlung von insgesamt 468 die Kriterien erfüllenden Labrador Mischlingen..

Besonders bei jungen Hunden scheint laut Studie die Qualität der Fotos eine große Rolle zu spielen. Je besser die Bildqualität war, desto schneller wurden die Hunde vermittelt. Die durchschnittliche Anzahl an Tagen bis zur Vermittlung betrug bei einem hochwertigen Foto durchschnittlich 14 Tage, während die Hunde bei schlechtem Bildmaterial ca. 43 Tage auf ein neues Zuhause warten mussten.

Aber auch bei älteren Hunde führten kleine, verschwommene Bilder von schlechter Qualität zur längeren Verweildauer im Tierheim. Ein günstiger Einfluss war zu verzeichnen, wenn die Hunde auf den Fotos direkt in die Kamera schauten und diese im Freien aufgenommen wurden.

Fazit

Qualitativ hochwertige und ausreichend große Fotos scheinen also einen positiven Einfluss auf die Vermittlungschancen zu haben. Demzufolge können ansprechende Bilder in den Inseraten der Hunde einen Beitrag dazu leisten, die Verweildauer im Tierheim zu verringern. Selbstverständlich sollten sich Interessenten nicht allein wegen eines schönen Fotos für einen Vierbeiner aus dem Tierheim entscheiden oder für den individuellen Hund unpassende Lebensumstände der Optik unterordnen.

Den Hund mit hochwertigem Bildmaterial in ausreichender Größe zu präsentieren ist jedoch eine einfach und kostengünstig umzusetzende Maßnahme. Besonders erfreulich ist auch, dass zunehmend Fotografen ehrenamtlich Shootings für Tierheiminsassen anbieten und somit das Finden einer neuen Familie unterstützen.1


  1. Lampe, R., & Witte, T. (2014). Speed of Dog Adoption: Impact of Online Photo Traits Journal of Applied Animal Welfare Science, 1-12 DOI: 10.1080/10888705.2014.982796