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  <title>Flausch &amp; Wisschenschaft: Fluffology, ein Hundeblog</title>
  <description type="html">Hundeblog</description>
  <language>de-de</language>
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  <link>https://fluffology.de</link>
  <pubDate>Sat, 04 Apr 2026 04:39:39 +0200</pubDate>
  <managingEditor>mictro@gmail.com</managingEditor>
  <webMaster>mictro@gmail.com</webMaster>
  <item>
   <title>Hat die Rasse des Hundes einen Einfluss auf sein Verhalten?</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/hat-die-rasse-des-hundes-einen-einfluss-auf-sein-verhalten</link>
   <guid>hat-die-rasse-des-hundes-einen-einfluss-auf-sein-verhalten</guid>
   <pubDate>Sat, 30 Jul 2022 22:38:03 +0200</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Aktuell tauchen gehäuft Artikel zu einer aktuellen Studie der University of Massachusetts auf, in der es um die Einflüsse des Erbguts und der Rasse auf die Hundepersönlichkeit geht. Als Fazit wird dort oft angeführt, dass die Rasse des Hundes keinen Einfluss auf seine Persönlichkeit hat. Wie sich ein Hund verhält, würde demnach nur wenig von der jeweiligen Rassezugehörigkeit abhängen. Ein genauerer Blick auf die Studie zeichnet jedoch ein anderes Bild.</p>
<h2 id="persnlichkeit-und-gene">
<a href="#pers%C3%B6nlichkeit-und-gene" aria-hidden="true" class="anchor" id="persönlichkeit-und-gene"></a>Persönlichkeit und Gene</h2>
<p class="post-text-block">Die Persönlichkeit von Hund und Mensch beschreibt über längere Zeiträume stabil bleibende Eigenschaften und Denkmuster, die zu charakteristischen Verhaltensweisen führen. So verhält sich ein introvertierter, zurückhaltender Mensch in einer für ihn neuen Situation tendenziell eher vorsichtig. Ein Hund mit ausgeprägter Furcht vor Umweltreizen wird bei einem lauten Knallgeräusch verängstigt reagieren. Artgenossen mit geringer Ausprägung dieser Persönlichkeitsdimension reagieren in der gleichen Situation eher gelassen.</p>
<p class="post-text-block">Eine interessante Frage dabei ist, wie groß der Anteil der Gene an den individuellen Persönlichkeitsmerkmalen ist. Das ist schwieriges Unterfangen, denn zahlreiche Umwelteinflüsse formen potenziell die Persönlichkeit und somit das Verhalten. Die Umwelteinflüsse haben bereits im Mutterleib einen Einfluss. So können sich z.B. die Ernährung der Mutter oder deren Stresslevel langfristig auf das Verhalten auswirken.</p>
<h2 id="was-ist-eigentlich-die-heritabilitt">
<a href="#was-ist-eigentlich-die-heritabilit%C3%A4t" aria-hidden="true" class="anchor" id="was-ist-eigentlich-die-heritabilität"></a>Was ist eigentlich die Heritabilität</h2>
<p class="post-text-block">Bei vielen Merkmalen wie der Größe oder Persönlichkeitseigenschaften besteht also das Interesse herauszufinden, zu welchen Anteilen sie von den individuellen Erbanlagen oder der Umwelt abhängen. Ein Maß für die Erblichkeit von Merkmalen ist die Heritabilität. Sie ist keine absolute Zahl, sondern sie bildet immer ein Verhältnis ab. Besitzt ein Merkmal eine Heritabilität von 0,6, so bedeutet das nicht, dass 60 Prozent dieses Merkmals erblich sind und durch die Genetik erklärt werden können.</p>
<p class="post-text-block">Der Wert gibt Aufschluss darüber, wie stark die Erbanlagen individuell unterschiedliche Ausprägungen eines Merkmals beeinflussen. So könnte beispielsweise von Bedeutung sein, wie hoch die Erblichkeit des Merkmals "Ängstlichkeit" ist. Innerhalb einer Population ist so ein Merkmal unterschiedlich verteilt. Einige Personen weisen ein höheres Maß an Ängstlichkeit auf als andere. Die Heritabilität gibt Aufschluss darüber, wie stark die Genetik an diesen Unterschieden beteiligt ist.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-2022-pblurry" href="/galleries/2022/images/007309886d6fb13cdc9b8318f9fa9095c6b4d67e.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/2022/images/007309886d6fb13cdc9b8318f9fa9095c6b4d67e.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Warum ist es wichtig, dass sich die Heritabilität nur auf bestimmte Populationen bezieht? Weil dieser Wert zwangsläufig bei sehr ähnlichen Umweltbedingungen hoch ausfällt. Ein kleines Gedankenbeispiel dazu: Die Heritabilität des Merkmals "Ängstlichkeit" soll untersucht werden. Die Population für diese Untersuchung besteht aus mehreren, nicht miteinander verwandten Menschen. Diese Personen leben alle am gleichen Ort und sind unter den identischen Umweltbedingungen aufgewachsen. Sie haben die gleiche Erziehung bekommen, die gleichen Erlebnisse gehabt, immer das gleiche gegessen. Kurzum, die Umweltbedingungen waren zu jeder Zeit für diese Menschen gleich. Wie hoch ist also der Anteil von Umweltbedingungen, welcher Unterschiede in der Ausprägung der Ängstlichkeit dieser Personen erklären kann? Genau 0 Prozent. Es gibt ja keine Unterschiede in der Umwelt, die einen Einfluss hätten haben können. Der Wert der Heritabilität wäre hingegen 100 Prozent.</p>
<p class="post-text-block">Natürlich existieren nirgendwo Hunde und Menschen, die unter exakt den gleichen Umweltbedingungen aufgewachsen sind. Was allerdings deutlich wird: Je variabler die Umweltbedingungen, desto niedriger wird der Erblichkeitswert. Untersucht man eine Population mit sehr ähnlichen Umweltbedingungen, kann der Erblichkeitswert fälschlicherweise zu groß geschätzt werden, bei sehr variablen Umweltbedingungen eher zu niedrig.</p>
<h2 id="die-erblichkeit-von-verhalten">
<a href="#die-erblichkeit-von-verhalten" aria-hidden="true" class="anchor" id="die-erblichkeit-von-verhalten"></a>Die Erblichkeit von Verhalten</h2>
<p class="post-text-block">Verhaltensmerkmale sind in der Regel durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Soll die Erblichkeit von Verhalten geschätzt werden, zeichnen sich die untersuchte Stichproben oft durch eine große Varianz der Umweltbedingungen aus. Daher können auch augenscheinlich niedrige Werte der Heritabilität auf einen deutlichen Einfluss der Gene hinweisen.</p>
<h2 id="erfassung-der-hundepersnlichkeit">
<a href="#erfassung-der-hundepers%C3%B6nlichkeit" aria-hidden="true" class="anchor" id="erfassung-der-hundepersönlichkeit"></a>Erfassung der Hundepersönlichkeit</h2>
<p class="post-text-block">In einer vom Science-Fachmagazin veröffentlichten Studie zur Erblichkeit von Verhalten untersuchten die Wissenschaftle/innen knapp 2000 Hunde<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-1" id="fnref-1" data-footnote-ref>1</a></sup>. Eine zentrale Frage war dabei, ob bestimmte Rassen spezifische Persönlichkeitsmerkmale aufweisen. In diesem Fall kann anhand der Rassezugehörigkeit auf charakteristische Persönlichkeitsmerkmale und Verhaltensweisen geschlossen werden.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-2022-bothpointer" href="/galleries/2022/images/d5ea58aa9e6c4aaaba41289b59c42734ac0cc3d6.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/2022/images/d5ea58aa9e6c4aaaba41289b59c42734ac0cc3d6.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Hierfür erhielten die teilnehmenden Hundebesitzer/innen 12 Fragebögen zu den Verhaltensweisen und dem Aussehen ihrer Hunde. Die Fragebögen dienten zur Erfassung der individuellen, hündischen Persönlichkeitsmerkmale. Als Basis für die Einschätzung der Hundepersönlichkeit wurden somit die Angaben der Besitzer/innen verwendet. Diese können natürlich subjektiv verzerrt sein. Potenziell ist denkbar, dass einige Teilnehmer:innen das Verhalten ihrer Hunde fehlinterpretieren. Bei einem eigentlich in der Realität ängstlichen Hund wird möglicherweise das Angstverhalten nicht erkannt. Das führt dann zur fehlerhaften Antworten und schlussendlich zu einer verzerrten, nicht den Tatsachen entsprechenden Persönlichkeitseinschätzung.</p>
<p class="post-text-block">Bestimmte den Rassen zugeschriebene Verhaltensmerkmale wie "besonders wachsam" oder "besonders kinderlieb" beeinflussen mitunter auch die Wahrnehmung des eigentlichen Verhaltens. Trotzdem sind Fragebogenmethoden in der Regel den Einschätzungen von geschultem Forschungspersonal überlegen, welches mit objektiven Kriterien das Verhalten begutachtet. Warum? Weil Verhaltenstests für die Forschung in der Regel in einem für den Hund unbekannten Gebiet stattfindet, wo das Verhalten deutlich vom Alltag abweichen kann. Zusätzlich kann sich ein Hund sporadisch anders als gewöhnlich sein. Halter/innen verbringen viel mehr Zeit über viel mehr Situationen hinweg mit ihren Hunden, als es je in einem experimentellen Setting nachstellbar wäre. Wichtig sind dabei große Stichproben, damit stark fehlerhafte Verhaltenseinschätzungen einzelner Besitzer/innen die Ergebnisse nicht massiv beeinflussen.</p>
<p class="post-text-block"><strong>Insgesamt erfolgte die Beurteilung der Hundepersönlichkeit mittels 8 Faktoren und deren jeweilige Ausprägungsgrade:</strong></p>
<ul class="post-text-block">
<li>
<strong>Menschenfreundlichkeit</strong> Wie wohl fühlt sich der Hund in Gegenwart von bekannten und insbesondere fremden Menschen</li>
<li>
<strong>Erregungsniveau</strong>   Wie schnell regt sich ein Hund auf und wie impulsiv handelt er</li>
<li>
<strong>Verspieltheit</strong>  Wie groß ist das Interesse und Verhaltensspektrum an Spielzeug</li>
<li>
<strong>Trainier- und Ansprechbarkeit</strong> Wie gut hört der Hund auf Anweisungen des Menschen</li>
<li>
<strong>agonistische Schwelle</strong> Wie schnell lässt sich der Hund durch einschüchternde, störende und unbequeme Reize provozieren; Wie schnell zeigt er Angst- und Aggressionsverhalten</li>
<li>
<strong>Verträglichkeit</strong>: Wie wohl fühlt sich der Hund in Anwesenheit von fremden und bekannten Artgenossen</li>
<li>
<strong>Umweltsicherhei</strong>t Wie stark und wie sicher interagiert der Hund mit seiner Umwelt</li>
<li>
<strong>Anhänglichkeit</strong> Wie stark sucht der Hund nach Zuneigung</li>
</ul>
<h2 id="einfluss-des-erbguts-auf-das-verhalten">
<a href="#einfluss-des-erbguts-auf-das-verhalten" aria-hidden="true" class="anchor" id="einfluss-des-erbguts-auf-das-verhalten"></a>Einfluss des Erbguts auf das Verhalten</h2>
<p class="post-text-block">Die Studie zeigte, dass die Optik der Hunde zu großen Teilen von der Genetik abhängt. Nachvollziehbar haben Umweltbedingungen relativ wenig Einfluss auf die Fellfarbe oder Ohrenform. Für einige Verhaltenseigenschaften wie die Menschenfreundlichkeit, Verspieltheit und Ansprechbarkeit konnte ebenfalls ein bedeutsamer Einfluss der Erbinformationen ermittelt werden. Mehr als 25 Prozent der Unterschiede von Menschenfreundlichkeit und Verspieltheit innerhalb der untersuchten Population konnten die Forscher/innen auf genetische Einflüsse zurückführen. Das lässt die Schlussfolgerung einer starken genetischen Komponente von Verhalten zu. Einige Aspekte der Hundepersönlichkeit und damit einhergehende charakteristische Verhalten sind somit wahrscheinlich zu beachtlichen Teilen durch spezielle Genvarianten gesteuert.</p>
<h2 id="einfluss-der-rasse-auf-das-verhalten">
<a href="#einfluss-der-rasse-auf-das-verhalten" aria-hidden="true" class="anchor" id="einfluss-der-rasse-auf-das-verhalten"></a>Einfluss der Rasse auf das Verhalten</h2>
<p class="post-text-block">Eine weitere Fragestellung der Arbeit war, wie zuverlässig bestimmte Genvarianten und damit auch Verhaltensmerkmale innerhalb einer Rasse zu finden sind. Hierfür analysierten die Wissenschaftler/innen die zur Verfügung stehenden Erbinformationen der Hunde in Kombination mit den Angaben aus den Fragebögen zum Verhalten. Die Daten ergaben, dass etwa 9 Prozent der unterschiedlichen Verhaltensausprägungen auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse zurückzuführen sind. Dieses Ergebnis wurde sowohl in der einfachen Zusammenfassung der Studie als auch in vielen Medienberichten eher ungünstig dargestellt.Die Rasse habe fast keinen Einfluss auf das Verhalten des Hundes. Kann ich also einen Herdenschutzhund kaufen und die Chancen stehen gut, dass er sich bei bester Erziehung wie ein Golden Retriever verhält? Nein.</p>
<p class="post-text-block">Zunächst sind 9 Prozent in der Verhaltensgenetik bei so einer variablen Stichprobe wie die in der Studie verwendete ein eher hoher Wert. Die Rasse hat also einen durchaus großen Einfluss auf das Verhalten, auch wenn die Zahl an sich zunächst eher klein wirkt. Bei einigen Eigenschaften gibt es sogar sehr deutliche Zusammenhänge mit der Persönlichkeit und den daraus resultierenden, charakteristischen Verhaltensweisen. Das betrifft insbesondere die im Alltag mit Hund sehr relevanten Faktoren "Trainier- und Ansprechbarkeit", aber auch die Reaktionsschwelle zu Angst- und Aggressionsverhalten.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-2022-fremd" href="/galleries/2022/images/d3608edbe867d4310869ed1ad58cfbc364bb0145.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/2022/images/d3608edbe867d4310869ed1ad58cfbc364bb0145.jpg);"></div></div>
<h2 id="wahrscheinlichkeiten-vs-sichere-vorhersage-von-eigenschaften">
<a href="#wahrscheinlichkeiten-vs-sichere-vorhersage-von-eigenschaften" aria-hidden="true" class="anchor" id="wahrscheinlichkeiten-vs-sichere-vorhersage-von-eigenschaften"></a>Wahrscheinlichkeiten vs. sichere Vorhersage von Eigenschaften</h2>
<p class="post-text-block">Eine wichtige Erkenntnis der Studie zeigt sich in der starke Unterschiedlichkeit von Eigenschaften innerhalb einer Rasse. Um die Ergebnisse einzuordnen, ist die Berücksichtigung von Wahrscheinlichkeiten unerlässlich. Möchte ich einen menschenfreundlichen, gut trainierbaren Hund, dann habe ich mit der Wahl eines Golden Retrievers eine höhere Wahrscheinlichkeit solch ein Exemplar zu erwischen, als bei der Wahl eines Akita Inus. Allerdings gibt es keine Sicherheit. Die Wahrscheinlichkeit auf gewünschte, rassespezifische Eigenschaft ist zwar bei einem Exemplar dieser Rasse erhöht. Das Verhalten und die Persönlichkeit des individuellen Hundes können jedoch auch völlig anders als erwartet ausfallen. Ja, die Exemplare der verschiedenen Rassen weisen im Durchschnitt bestimmte Eigenschaften mit höherer Wahrscheinlichkeit als andere Rassen auf.</p>
<p class="post-text-block">Dennoch gibt es innerhalb der Rassen eine enorme Variabilität hinsichtlich des Verhaltens. So hat sich die Eigenschaft “hohe Hundeverträglichkeit” bei ca. 48 Prozent der Labradore innerhalb der Stichprobe gezeigt. 33 Prozent der Labradore waren hingegen weniger hundeverträglich. Um sich die Verteilungen der Eigenschaften bei den einzelnen Rassen anzuschauen, wurde extra eine kleine Anwendung programmiert, die hier zu finden ist: <a href="https://darwinsark.org/muttomics_viz_dashboard/">Darwinsark</a> <sup>(Englisch)</sup></p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block">Die Erbinformationen haben einen erheblichen Einfluss auf die Hundepersönlichkeit. Durch gezielte Zuchtmaßnahmen kann die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Wesenseigenschaften daher gefestigt oder reduziert werden. Auch wenn bei spezifischer Rassewahl die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Verhaltensmerkmale höher ist, gibt es innerhalb der Rassen große individuelle Unterschiede. Exemplare von Rassen, die beispielsweise in der Mehrheit sehr verträglich oder sehr gut trainierbar sind, können auch völlig unverträglich sein.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-1">
<p class="post-text-block">Morrill K, Hekman J, Li X, McClure J, Logan B, Goodman L, Gao M, Dong Y, Alonso M, Carmichael E, Snyder-Mackler N, Alonso J, Noh HJ, Johnson J, Koltookian M, Lieu C, Megquier K, Swofford R, Turner-Maier J, White ME, Weng Z, Colubri A, Genereux DP, Lord KA, Karlsson EK. Ancestry-inclusive dog genomics challenges popular breed stereotypes. Science. 2022 Apr 29;376(6592):eabk0639. doi: 10.1126/science.abk0639. Epub 2022 Apr 29. PMID: 35482869. <a href="#fnref-1" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
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</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Verursacht der Trend von getreidefreiem Futter die Herzerkrankung DCM beim Hund?</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/verursacht-der-trend-von-getreidefreiem-futter-die-herzerkrankung-dcm-beim-hund</link>
   <guid>verursacht-der-trend-von-getreidefreiem-futter-die-herzerkrankung-dcm-beim-hund</guid>
   <pubDate>Sat, 23 Apr 2022 19:26:59 +0200</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Seit nun über 4 Jahren wird einem potenziellen Zusammenhang zwischen der Herzkrankheit DCM und getreidefreien, hülsenfruchthaltigen Futtermitteln nachgegangen. Die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA gab 2018 bekannt, dass entsprechende Futtermittel eine herzschädigende Wirkung haben könnten. Weder ist bis jetzt bekannt, ob tatsächlich einzelne Futterbestandteile DCM auslösen, noch, um welche es sich genau handelt. Unter Verdacht stehen vorrangig Kartoffeln, Süßkartoffeln, Linsen, Kichererbsen und Erbsen. Bisherige wissenschaftliche Veröffentlichungen zu dem Thema konnten wesentliche, offene Fragen nicht vollumfänglich klären. Da das Thema kontinuierlich weiter erforscht wird, gibt es eine aktuelle, interessante Studie. In dieser interessierten sich die Forscher/innen vorrangig dafür, ob es tatsächlich zu einer Häufung erkrankter Hunde gekommen ist.</p>
<h2 id="dcm-beim-hund">
<a href="#dcm-beim-hund" aria-hidden="true" class="anchor" id="dcm-beim-hund"></a>DCM beim Hund</h2>
<p class="post-text-block">Bei der DCM handelt es sich um die am häufigsten auftretende Erkrankung der Herzmuskulautur. Sie kann die Lebensqualität der betroffenen Tiere deutlich einschränken und endet oft mit dem frühzeitigen Tod. Eine gut untersuchte, bekannte Ursache für diese Krankheit kann die genetische Veranlagung sein. Besonders die Rassen Dobermann und Deutsche Doggen weisen oft die genetisch bedingte Variante der DCM auf. Aber auch fütterungsbedingte Ursachen stehen zur Diskussion. In veterinärmedizinischen Kreisen wird debattiert, ob Futtersorten ohne Getreide und mit Kartoffeln, Süßkartoffeln, Topinambur, Linsen oder Erbsen unter den ersten 10 Zutaten eine DCM auslösen können. Ihre Fütterung würde zu gehäuftem Auftreten von DCM bei Rassen führen, die sonst eigentlich selten unter der Erkrankung leiden. Die Zusammenfassung bisheriger Erkenntnisse sind <a href="https://fluffology.de/post/herzkrank-durch-getreidefreies-futter-und-hlsenfrchte-erkenntnisse-zur-dcm">hier</a> und <a href="https://fluffology.de/post/herzkrank-durch-ernhrung-neues-zur-ernhrungsbedingten-dcm-beim-hund">hier</a> zu finden.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-ddf0152db19f42240ab8557f74883e4448d1f4dd" href="/galleries/blogauto/images/ddf0152db19f42240ab8557f74883e4448d1f4dd.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/ddf0152db19f42240ab8557f74883e4448d1f4dd.jpg);"></div></div>
<h2 id="dcm-und-getreidefreies-futter">
<a href="#dcm-und-getreidefreies-futter" aria-hidden="true" class="anchor" id="dcm-und-getreidefreies-futter"></a>DCM und getreidefreies Futter</h2>
<p class="post-text-block">Getreidefreie und hülsenfruchthaltige Futtermittel haben erst in den letzten Jahren an starker Popularität gewonnen. Aus verschiedensten Gründen nimmt ihr Marktanteil auch weiterhin <a href="https://www.statista.com/statistics/294777/us-grain-free-petfood-sales/">kontinuierlich zu</a>. Würden entsprechende Futtermittel tatsächlich DCM verursachen, müsste bei den Krankheitsfällen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen sein. Daher setzten Wissenschaftler/innen den Marktanteil von getreidefreiem Futter mit den von Kardiologen diagnostizierten DCM Fällen innerhalb der Vereinigten Staaten ins Verhältnis. Hierfür verwendeten sie die Patientendaten von 14 Herzzentren für Kleintiere. So konnten die Daten von über 68 000 an DCM erkrankten Hunden der letzten Jahre ausgewertet werden. Das Ergebnis: Von 2000 bis 2019 gab es keinen bedeutsamen Anstieg der DCM Fälle. Der Marktanteil von getreidefreiem Futter stieg hingegen im gleichen Zeitraum um 500 Prozent.</p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block">Obwohl in den USA im Zeitraum von 2000 bis 2019  zunehmend getreidefreie und hülsenfruchthaltige Futtersorten auf dem Speiseplan der Hunde standen, blieb die Anzahl der an DCM erkrankten Hunde stabil. <strong>Das Ergebnis stellt einen direkten Zusammenhang zwischen der Fütterung von getreidefreiem, hülsenfruchthaltigen Futter und einer DCM Erkrankung eher infrage.</strong> Für ein umfassendes Bild müssen zukünftig die Daten von wesentlich mehr Kliniken in weiteren Studien ausgewertet werden. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-1" id="fnref-1" data-footnote-ref>1</a></sup></p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-1">
<p class="post-text-block">Quest BW, Leach SB, Garimella S, et al. Incidence of canine dilated cardiomyopathy diagnosed at referral institutes and grain-free pet food store sales: A retrospective survey. Frontiers in Animal Science, 2022; 3:846227. <a href="#fnref-1" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/91f2749461864b249cc1a35d6a9f77d9' alt='' />
</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Kritisch beleuchtet — Die Goldakupunktur beim Hund</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/kritisch-beleuchtet--die-goldakupunktur-beim-hund</link>
   <guid>kritisch-beleuchtet--die-goldakupunktur-beim-hund</guid>
   <pubDate>Wed, 23 Feb 2022 18:27:37 +0100</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Von Arthrose, einer schmerzhaften Gelenkerkrankung, sind leider viele Hunde betroffen. Ursache für die Krankheit ist oft eine Fehlstellung der Gelenke. Besonders die Hüftgelenke weisen häufiger Fehlbildungen auf, wodurch es zu fortschreitender Zerstörung der Gelenkknorpel kommt. Die sogenannte Hüftdysplasie, kurz HD, kann nicht geheilt werden. Dennoch stehen Therapien zur Verfügung, die den Hunden zu einem schmerzfreieren Leben verhelfen können. Ein häufig beworbenes Verfahren zur Schmerzlinderung bei Arthrose und insbesondere Hüftgelenksdysplasie ist die Goldakupunktur oder Goldimplantation.</p>
<h2 id="wie-funktioniert-die-goldakupunktur">
<a href="#wie-funktioniert-die-goldakupunktur" aria-hidden="true" class="anchor" id="wie-funktioniert-die-goldakupunktur"></a>Wie funktioniert die Goldakupunktur</h2>
<p class="post-text-block">Das Grundprinzip der verschiedenen Verfahren ist zunächst gleich: Kleine Goldstückchen werden mit einer Hohlnadel zum dauerhaften Verbleib in die Muskulatur, in Gelenkzwischenräume oder unter die Haut eingebracht. Die Methoden weisen nur geringfügige Unterschiede auf. Umso größere Unterschiede gibt es hingegen bei den Begründungen, wie und warum die Goldstückchen wirken.</p>
<p class="post-text-block">Der amerikanische Tierarzt Terry Durkes begann 1957 als erster mit der Goldtherapie beim Hund. Er begründet die Wirksamkeit der Goldakpunktur auf zwei Arten. Einerseits würden erfahrene Therapeutinnen Engergie-Imbalancen des Körpers spüren. Der Puls der behandelnden Person verändert sich den Angaben zufolge an Störstellen, in denen dann die Goldstücke eingebracht werden. Dieser Ansatz basiert laut Tierarzt Durkes auf der traditionellen, chinesischen Medizin. Zusätzlich besteht laut seinen Aussagen in erkrankten Gelenken eine übermäßig negative elektrischen Ladung. Diese soll durch die Goldstücke neutralisiert werden und so Schmerzen lindern. Im Falle der Hüftdysplasie führt die Goldakupunktur  nach ein bis drei Wochen zusätzlich dazu, dass sich Muskeln und Bänder im Gelenkbereich straffen. Ein Fortschreiten der Arthrose wird den Aussagen zufolge dadurch gebremst.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>1</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Eine Weiterentwicklung der Methode erfolgte durch den dänischen Tierarzt Jens Klitsgaard. Seiner Meinung nach spielen bestimmte Akupunkturpunkte für den Behandlungserfolg keine Rolle. Wichtig wäre nur, die Goldstücke so nah wie möglich an der Gelenkkapsel zu platzieren. Auch er begründet den Wirkmechanismus mit der goldbedingten Veränderung der elektrischen Ladung in erkrankten Gelenken.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>2</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Auch diverse Tiermediziner:innen im deutschsprachigen Raum verwenden seit einiger Zeit Gold zur Arthrosetherapie. Darunter auch Dr. Zohmann, der eine ganz andere Erklärung zur Wirkung des Goldes vertritt. Er gibt an, Gold sei schmerzlindernd, weil es den ph-Wert im Gewebe des Körpers neutralisiert und dadurch schmerzfördernde Stoffe deaktiviert werden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F" data-footnote-ref>3</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Dr. Rosin verwendet neben Goldstückchen auch Platin, Weißgold oder Silber. Den Wirkmechanismus sieht er im andauernden Akupunkturstimulus durch die Implantate entstehen würde. Den Angaben zufolge schüttet der Körper dadurch schmerzhemmende Stoffe aus. Welches Material genau zum Einsatz kommt, wird mittels des alternativmedizinischen Verfahrens der Kinesiologie bestimmt.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-G" id="fnref-G" data-footnote-ref>4</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Statt kleiner Goldstücke verwendet der deutsche Tierarzt Dr. Horch kleine Goldspindeln. Durch die größere Oberfläche soll sich der entzündungshemmende Effekt des Goldes verbessern.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>5</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Insgesamt wird die Wirkungsweise der eingesetzten Goldstücke selbst durch die Behandler/innen auf unterschiedlichste Arten begründet. Während einige Tiermediziner/innen den schmerzlindernden Effekt auf die Dauerstimulation von Akupunkturpunkten zurückführen, halten andere den entzündungshemmenden Effekt von Goldionen dafür verantwortlich. Eine ganz andere Erklärung besteht in der Vermutung, das Gold würde die elektrische Ladung im Gelenk verändern. Hier zeigen sich auch bereits die ersten Widersprüche. Je nach Begründung der Wirkung wird das Treffen spezifischer Akupunkturpunkte als absolute Grundvoraussetzung für eine effektive Behandlung gesehen. Mediziner/innen, die eine andere Auffassung vertreten, halten spezielle Punkte in keinster Weise für eine Schmerzlinderung relevant.
Auffallend ist außerdem, dass im Zusammenhang mit der Goldakupunktur öfter pseudowissenschaftliche Verfahren wie die Kinesiologie oder Pulsdiagnostik zur Anwendung kommen.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>6</a></sup></p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-7e108b0d5692aee81248e20a152a73b55313873b" href="/galleries/blogauto/images/7e108b0d5692aee81248e20a152a73b55313873b.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/7e108b0d5692aee81248e20a152a73b55313873b.jpg);"></div></div>
<h2 id="warum-studien-zur-goldakupunktur-wichtig-sind-und-erfahrungen-nicht-ausreichen">
<a href="#warum-studien-zur-goldakupunktur-wichtig-sind-und-erfahrungen-nicht-ausreichen" aria-hidden="true" class="anchor" id="warum-studien-zur-goldakupunktur-wichtig-sind-und-erfahrungen-nicht-ausreichen"></a>Warum Studien zur Goldakupunktur wichtig sind und Erfahrungen nicht ausreichen</h2>
<p class="post-text-block">Die Angaben zum Erfolg der Goldakupunktur zur Behandlung der Hüftdysplasie sind zunächst überwältigend. Die Ergebnisspannweite reicht von uneingeschränkter Mobilität bis zu dauerhafter Schmerzlosigkeit und sogar der langanhaltenden Vorbeugung von Knorpelschäden im Sinne einer Arthrose. Oft wird von implantierenden Tiermediziner/innen bezüglich dauerhafter Schmerzfreiheit über eine Erfolgsquote von 90 und mehr Prozent berichtet, gerade wenn die Goldimplantation früh zum Einsatz kommt. Damit würde es sich um eines der absolut erfolgreichsten Verfahren zur Therapie der Hüftdysplasie bei Hunden handeln.</p>
<p class="post-text-block">Warum reichen die Angaben zur Wirksamkeit der Goldbehandlung von den therapierenden Veterinären nicht aus? Weil sie nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben. Um die Wirksamkeit eines Verfahrens, in diesem Fall der Goldakupunktur, beurteilen zu können, sind randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien notwendig. In so einer Untersuchung werden die Hunde in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält die tatsächliche Behandlung, die andere nur eine Scheinbehandlung. Weder die Hundebesitzer/innen noch Tiermediziner/innen wissen, in welcher Gruppe sich ein individueller Hund befindet. Sie beurteilen den Behandlungserfolg somit “blind” in Unkenntnis darüber, ob der Hund die Therapie bekommen hat oder nicht. Das ist wichtig, weil allein die Hoffnung auf die Wirksamkeit einer Therapiemethode dazu führen kann, dass Verbesserungen gesehen werden. Dafür müssen diese real gar nicht existieren. Dieses Phänomen ist bekannt unter dem Namen “Caregiver Placebo Effekt” bekannt und tritt bei der Beurteilung vom Zustand des Bewegungsapparates besonders deutlich auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-I" id="fnref-I" data-footnote-ref>7</a></sup> Zusätzlich ist der Krankheitsverlauf bei einer Hüftdysplasie oft stark schwankend und teils schwer vorhersehbar. Phasen mit stärkeren Beschwerden wechseln sich mit teils lang andauernden beschwerdefreien Zeiträumen ab.</p>
<p class="post-text-block">In einer Studie wurde die Entwicklung von 68 jungen Hunden mit Hüftdysplasie verfolgt. Selbst bei mittelschweren Ausprägungsgraden der Hüftdysplasie wies der Großteil der Hunde im Alter von vier Jahren nur ganz geringe Anzeichen von Hüftarthrose auf.
Auch wenn bei einer HD Beschwerden in Form von Lahmheiten im Alter von 3 bis 6 Monaten auftreten, bessern oder verschwinden diese in vielen Fällen durch eine sogenannte konservative Therapie. Dabei erfolgt kein chirurgischer Eingriff, sondern ein Programm aus Schonung, Physiotherapie und Gewichtsmanagement. Auch spontane Verbesserungen nach Beendigung des Wachstums sind treten häufig bei dieser Erkrankung auf. Grund für diese Verbesserungen ist vermutlich die Heilung von kleinen Mikrofrakturen, die während des Wachstums der fehlgebildeten Hüftgelenke auftreten und eine verdickte Gelenkkapsel, die mehr Halt bildet.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>8</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>9</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Der Krankheitsverlauf der HD kann also von spontanen Verbesserungen, längeren beschwerdefreien Phasen und einem sehr schwankenden Beschwerdebild gekennzeichnet sein. Fällt so eine plötzliche Verbesserung zufällig mit einer Therapiemaßnahme zusammenfällt, könnte diese fälschlicherweise der Therapie zugeschrieben werden. Daher sind Studien mit einer nur zum Schein therapierten Kontrollgruppe unbedingt notwendig. Um herauszufinden, ob eine Therapie wirklich eine bedeutsame Verbesserung bringt, muss sie bessere Ergebnisse aufweisen als die der Kontrollgruppe.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-0174f3b8e69749ad564df33fe2ab5cf1825325fe" href="/galleries/blogauto/images/0174f3b8e69749ad564df33fe2ab5cf1825325fe.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/0174f3b8e69749ad564df33fe2ab5cf1825325fe.jpg);"></div></div>
<h2 id="studien-zur-wirkung-und-zu-nebenwirkungen-der-goldakupunktur">
<a href="#studien-zur-wirkung-und-zu-nebenwirkungen-der-goldakupunktur" aria-hidden="true" class="anchor" id="studien-zur-wirkung-und-zu-nebenwirkungen-der-goldakupunktur"></a>Studien zur Wirkung und zu Nebenwirkungen der Goldakupunktur</h2>
<p class="post-text-block">Insgesamt gibt es bisher drei Veröffentlichungen zur Goldakupunktur.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-J" id="fnref-J" data-footnote-ref>10</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-K" id="fnref-K" data-footnote-ref>11</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-L" id="fnref-L" data-footnote-ref>12</a></sup> In der ersten Doppelblindstudie zur Goldbehandlung von Hüftdysplasie wurden sogenannte Kraftmessplatten verwendet. Diese geben objektiv Aufschluss darüber, wie stark der Hund einzelne Gliedmaßen belastet oder schont. Als Teilnehmer rekrutierten die Forschenden Hunde mit mittelschwerer bis schwerer Hüftdysplasie, bei denen sämtliche andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden. Sowohl die behandelten Tiere als auch die mit einer Scheintherapie zeigten nach einem und drei Monaten keine bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der Gliedmaßenbelastung. Die durch Schmerzen entlasteten Beine schonten die Hunde also nach wie vor trotz Goldakupunktur. In der Gruppe mit Goldstücken traten sogar messbare Verschlechterungen in der vertikalen Bodenreaktionskraft auf. Diese Verschlechterung könnte laut Autoren mit einer durch das Gold ausgelösten Entzündungsreaktion des Gewebes erklärt werden. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-J" id="fnref-J-2" data-footnote-ref>10</a></sup></p>
<p class="post-text-block">In einer zweiten, von Hielm-Björkman geleiteten Studie, untersuchten die Forscher/innen 38 in Behandlungs- und Placebogruppe eingeteilte Hunde. Alle teilnehmenden Vierbeiner litten unter Hüftdysplasie. Das Gangbild und die Schmerzen beurteilten sowohl die Besitzer/innen als auch Tiermediziner/innen. Auch in dieser Arbeit ergab sich keine deutliche Verbesserung und Abnahme der Schmerzsymptome in beiden Gruppen. Die Untersuchungen erfolgten dabei 12 Wochen und 24 Wochen nach der Behandlung. Eine Verschlechterung stellten die untersuchenden Personen bei 18 Prozent der Placebogruppe fest, während dieser Anteil bei den Goldhunden 29 Prozent betrug. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-K" id="fnref-K-2" data-footnote-ref>11</a></sup></p>
<p class="post-text-block">In der aktuellsten Veröffentlichung aus dem Jahr 2006 startete die Untersuchung zunächst als verblindete Studie, welche die Forschenden jedoch nach 6 Monaten jedoch “entblindeten”. Somit wussten die Besitzer/innen und Tiermediziner/innen nach 6 Monaten, ob der jeweilige Hund eine Goldakupunktur bekommen hatte oder nicht. Sowohl in der Gold- als auch Placebogruppe konnten die beurteilenden Personen Verbesserungen der Schmerzhaftigkeit und Bewegungsfreude verzeichnen. Das ist hinsichtlich des jungen Alters vieler teilnehmenden Hunde nicht verwunderlich. Erst nach 6 Monaten zeigte sich bei der Goldgruppe eine verringerte Schmerzhaftigkeit und geringere Lahmheit. Der deutliche Vorteil ging jedoch nach 24 Monaten verloren. Die mit einer Goldakupunktur behandelte Gruppe zeigte keine starke Verbesserung des Lahmheitszustandes oder gar Symptomlosigkeit. Darüberhinaus schätzten die Besitzer/innen die Lebensqualität der Placebohunde im Mittel sogar als besser ein. Von 34 der zu Studienbeginn lahmenden und mit Gold therapierten Hunde, lahmten nach 24 Monaten immer noch erschreckende 53 Prozent. Bei 4 Hunden erfolgte sogar eine Einschläferung, bedingt durch die starken Schmerzen.</p>
<p class="post-text-block">Eine weitere Entdeckung der Studie: Die Schädigung des Gelenkknorpels, also das Fortschreiten der Arthrose in der Hüfte, nahm bei 80 Prozent der mit Gold behandelten Hunde innerhalb von 24 Monaten deutlich zu.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-L" id="fnref-L-2" data-footnote-ref>12</a></sup></p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block">Auch wenn mit Gold therapierende Tiermediziner/innen und Erfahrungsberichte von äußerst hohen Erfolgsquoten berichten: <strong>Die enthusiastischen Ergebnisse durch eine Implantation von Goldstücken zur Behandlung einer Hüftdysplasie konnten in keiner einzigen aussagekräftigen Studie untermauert werden. Je objektiver die Methoden zur Erfassung des Schmerzzustandes und des Gangbildes waren, desto schlechter hat die Goldimplantation oder Goldakupunktur abgeschnitten.</strong> In allen Studien kam es auch bei einigen Hunden trotz Goldbehandlung zu deutlichen Verschlechterungen. In zwei Studien gab es keine bedeutsame Verbesserung durch die Goldbehandlung. Die in einer dritten Arbeit ermittelten Behandlungserfolge durch die Goldakupunktur beziehen sich vorrangig auf eine gewisse Reduktion des Hüftschmerzes. Bezüglich der Gliedmaßenentlastung und notwendigen Verabreichung von Schmerzmitteln ergaben sich nach 24 Monaten keine Unterschiede im Vergleich zu den unbehandelten Hunden.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Durkes T. Gold bead implants. Probl Vet Med 1992; 4: 207–211. <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Klitsgaard, J. (1996): Goldimplants, practical experiences with 400 hip dysplasia cases in the dog. 22nd Annual Internat. Congr. Vet. Acup., 5.– 8. th Sept 1996, Loetschberg, Schweiz, 1– 5. <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-F">
<p class="post-text-block">Zohmann, A., Kasper, M. (2002): Goldimplantation oder Goldakupunktur. Hunde Revue 11/ 2002, 48– 50. <a href="#fnref-F" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-G">
<p class="post-text-block"><a href="https://tierarzt-rosin.de/en/gold-acupuncture/" rel="nofollow">tierarzt-rosin.de/en/gold-acupuncture/</a> <a href="#fnref-G" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block"><a href="https://www.dr-horch.de/goldimplantation/" rel="nofollow">dr-horch.de/goldimplantation</a> <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block"><a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-020-01625-w">https://link.springer.com/article/10.1007/s00508-020-01625-w</a> <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-I">
<p class="post-text-block">Innes JF, Fuller CJ, Grover ER, et al. Randomised, double-blind, placebo-controlled parallel group study of P54FP for the treatment of dogs with osteoarthritis. Vet Rec 2003;152:457–460 <a href="#fnref-I" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="7" aria-label="Back to reference 7">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Audrey MR and Cindy LF (1995). Treatment of canine hip dysplasia: A review. The Canadian Veterinary Journal, 36: 503-509. <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="8" aria-label="Back to reference 8">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Harper, T. A. M. (2017). Conservative Management of Hip Dysplasia. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 47(4), 807–821. <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="9" aria-label="Back to reference 9">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-J">
<p class="post-text-block">Bolliger C, DeCamp CE, Stajich M et al. Gait analysis of dogs with hip dysplasia treated with gold bead implantation acupuncture. Vet Comp Orthop Traumatol 2002; 15: 116–122 <a href="#fnref-J" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="10" aria-label="Back to reference 10">↩</a> <a href="#fnref-J-2" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="10-2" aria-label="Back to reference 10-2">↩<sup class="footnote-ref">2</sup></a></p>
</li>
<li id="fn-K">
<p class="post-text-block">Hielm-Björkman A, Raekallio M, Kuusela E, Saarto E, Markkola A, Tulamo RM. Double-blind evaluation of implants of gold wire at acupuncture points in the dog as a treatment for osteoarthritis induced by hip dysplasia. Vet Rec 2001; 149: 452–456 <a href="#fnref-K" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="11" aria-label="Back to reference 11">↩</a> <a href="#fnref-K-2" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="11-2" aria-label="Back to reference 11-2">↩<sup class="footnote-ref">2</sup></a></p>
</li>
<li id="fn-L">
<p class="post-text-block">Jaeger GT, Larsen S, Søli N, Moe L. Double-blind, placebo-controlled trial of the pain-relieving effects of the implantation of gold beads into dogs with hip dysplasia. Vet Rec 2006 ;158: 722–726 <a href="#fnref-L" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="12" aria-label="Back to reference 12">↩</a> <a href="#fnref-L-2" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="12-2" aria-label="Back to reference 12-2">↩<sup class="footnote-ref">2</sup></a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/cf0d1263195a41d494f5e31b235b028e' alt='' />
</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Librela - ein neues Medikament gegen Schmerzen für den Hund</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/librela---ein-neues-medikament-gegen-schmerzen-fr-den-hund</link>
   <guid>librela---ein-neues-medikament-gegen-schmerzen-fr-den-hund</guid>
   <pubDate>Thu, 11 Nov 2021 14:21:56 +0100</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Seit März 2021 können unter Arthrose leidende Hunde mit einem neuen Medikament behandelt werden, Librela genannt. Dabei handelt es sich um Antikörper, die gezielt in den Kreislauf der Schmerzwahrnehmung eingreifen. Warum sind neue Arthrosemedikamente für Hunde so wichtig und wie wirkt Librela?</p>
<h2 id="arthrose-beim-hund">
<a href="#arthrose-beim-hund" aria-hidden="true" class="anchor" id="arthrose-beim-hund"></a>Arthrose beim Hund</h2>
<p class="post-text-block">Bis zu 30 Prozent aller Hunde erkranken im Verlauf  ihres Lebens an Arthrose. Dabei handelt es sich um eine bisher unheilbare Krankheit der Gelenke. Auch wenn Arthrose selbst nicht tödlich ist, geht sie oft mit starken Schmerzen und einer deutlich reduzierten Lebensqualität der betroffenen Tiere einher. Daher ist die Krankheit auch eine der häufigsten Gründe für eine Einschläferung. Ursächlich für die Arthrose können beispielsweise Fehlstellungen der Gelenke und Gliedmaßen sowie Übergewicht, fehlende Muskulatur oder Überlastungen sein. Je älter Hunde werden, desto höher ist ihr Risiko, an Arthrose zu erkranken.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>2</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>3</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Bei der Therapie der Arthrose steht die Schmerzkontrolle an erster Stelle. Ohne Behandlung nimmt die Schmerzbelastung deutlich zu und kann zu dauerhaften, den ganzen Körper betreffenden Missempfindungen und Schmerzen führen.</p>
<h2 id="schmerzen-bei-der-arthrose-des-hundes">
<a href="#schmerzen-bei-der-arthrose-des-hundes" aria-hidden="true" class="anchor" id="schmerzen-bei-der-arthrose-des-hundes"></a>Schmerzen bei der Arthrose des Hundes</h2>
<p class="post-text-block">Im Falle Arthrose kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung und Umformung des Gelenkknorpels. Der geschädigte Knorpel selbst ist dabei zunächst nicht schmerzhaft. Aber durch die Belastung des Knorpelgewebes schüttet der Körper verschiedene schmerz- und entzündungsfördernde Stoffe aus. Diese führen zu Schmerzen am betroffenen Gelenk und der umliegenden Muskulatur. Darüber hinaus sorgen diese Stoffe zusätzlich für eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, welche den ganzen Körper betrifft. Als Folge reagieren von Arthrose betroffene Hunde im Vergleich zu gesunden Tieren stärker und empfindlicher auf Schmerz- und Temperaturreize. Sie leiden durch die erhöhte Schmerzempfindlichkeit auch häufiger unter Nervenschmerzen.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>4</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>5</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F" data-footnote-ref>6</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>7</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Die Schmerzen werden bei Arthrose noch durch einen zusätzlichen Mechanismus verstärkt: Im Gewebe rund um das betroffene Gelenk bilden sich neue Blut- und Nervenfasern. Während also gesunde Hunde am Gelenkknorpel selbst gar keine Schmerzen empfinden können, besitzen unter Arthrose leidende Tiere dort Zellen zur Schmerzwahrnehmung.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-I" id="fnref-I" data-footnote-ref>8</a></sup></p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-940b1701b46684ef9e1c6ee2bddacf89c8f50ad4" href="/galleries/blogauto/images/940b1701b46684ef9e1c6ee2bddacf89c8f50ad4.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/940b1701b46684ef9e1c6ee2bddacf89c8f50ad4.jpg);"></div></div>
<h2 id="der-nerve-growth-factor-und-schmerzen-durch-arthrose">
<a href="#der-nerve-growth-factor-und-schmerzen-durch-arthrose" aria-hidden="true" class="anchor" id="der-nerve-growth-factor-und-schmerzen-durch-arthrose"></a>Der Nerve Growth Factor und Schmerzen durch Arthrose</h2>
<div style="display:none" class="quickfact quickfact-arthrose" data-fact="arthrose"></div>
<p class="post-text-block">Der sogenannte Nervenwachstumsfaktor ist Stoff aus verschiedenen Eiweißbausteinen, der besonders bei der Entwicklung im Mutterleib eine wichtige Rolle spielt. Dabei ist er ist mitverantwortlich für die Entwicklung, das Wachstum und die Verschaltung der Nervenzellen im heranwachsenden Körper.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-J" id="fnref-J" data-footnote-ref>9</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Bei ausgewachsenen Tieren ist der Nervenwachstumsfaktor besonders in Hinsicht auf das Schmerzempfinden bedeutsam. Im Falle von Verletzungen, beispielsweise durch Schnittverletzungen oder durch den Knorpelabrieb bei der Arthrose, schüttet der Körper an den beschädigten Stellen verstärkt den Nervenwachstumsfaktor aus. Das führt einerseits zur vermehrten Bildung von schmerzleitenden Nervenfasern. Andererseits heftet sich der ausgeschüttete Nervenwachstumsfaktor an die Rezeptoren spezieller Zellen, die für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich sind. Dieser Vorgang führt zu der unangenehmen Empfindung, die beim Schmerz zu fühlen ist. Der Mechanismus bewirkt, dass die verletzte, schmerzende Stelle geschont und weniger belastet wird.</p>
<p class="post-text-block">Für die Rolle des Nervenwachstumsfaktors bei der Schmerzempfindung gibt es viele überzeugende Belege. Wird der Nervenwachstumsfaktor in die Nähe von Gelenken gespritzt, entstehen an dieser Stelle starke Schmerzen. Patienten mit schmerzhafter Arthrose besitzen an den Gelenken eine viel höhere Konzentration des Stoffes als gesunde Menschen. Besonders schmerzunempfindliche Tierarten wie der Nacktmull weisen Besonderheiten an den für die Wahrnehmung von Schmerzen verantwortlichen Zellen auf. Für einen wahrnehmbaren Schmerzreiz bei diesen Tieren muss eine viel höhere Konzentration vom Nervenwachstumsfaktor andocken.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-K" id="fnref-K" data-footnote-ref>10</a></sup></p>
<h2 id="die-entwicklung-einer-neuartigen-arthrose-therapie">
<a href="#die-entwicklung-einer-neuartigen-arthrose-therapie" aria-hidden="true" class="anchor" id="die-entwicklung-einer-neuartigen-arthrose-therapie"></a>Die Entwicklung einer neuartigen Arthrose Therapie</h2>
<p class="post-text-block"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=KR6uCxs_tiM&amp;t=14s">Biopharmazeutika</a> stehen zunehmend im Fokus von Forschung und Therapie unterschiedlichster Erkrankungen. Bei der Herstellung der meisten Medikamente kommen chemische Prozesse zum Einsatz, um einen synthetischen Wirkstoff zu fertigen. Die Biopharmazeutika hingegen werden mittels gentechnischer Verfahren in lebenden Organismen hergestellt. Bei den verwendeten Organismen handelt es sich in der Regel um einzelne Zellen, die durch verschiedene Eingriffe die erwünschten Stoffe selbst produzieren.</p>
<p class="post-text-block">Auch gegen Arthrose werden verschiedene Biopharmazeutika entwickelt. Erfolgversprechend scheinen dabei in Zellen gezüchtete Antikörper gegen den Nervenwachstumsfaktor zu sein. Die Antikörper verhindern, dass der Nervenwachstumsfaktor an die Rezeptoren der schmerzleitenden Nervenzellen andocken kann. Das unterbricht den Kreislauf der Schmerzwahrnehmung und führt somit zu weniger Schmerzen. Als Ergebnis mehrjähriger Forschung erschien 2010 die erste Arbeit zur Arthrosebehandlung des Menschen mittels dieser monoklonalen Antikörper. Hohe Dosen des Antikörpers sorgten für eine langfristige Linderung der Schmerzen bei Patienten mit Kniearthrose. Die Schmerzen bei Hüftarthrose konnten mit den Antikörpern ebenfalls sehr gut behandelt werden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-L" id="fnref-L" data-footnote-ref>11</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-M" id="fnref-M" data-footnote-ref>12</a></sup></p>
<h2 id="librela-der-monoklonalen-antikrper-fr-den-hund">
<a href="#librela-der-monoklonalen-antik%C3%B6rper-f%C3%BCr-den-hund" aria-hidden="true" class="anchor" id="librela-der-monoklonalen-antikörper-für-den-hund"></a>Librela, der monoklonalen Antikörper für den Hund</h2>
<p class="post-text-block">Auch für den Hund wurde ein Biopharmazeutikum entwickelt, welches direkt den Kreislauf der Schmerzwahrnehmung unterbricht. Dabei handelt es sich um monoklonale Antikörper, die speziell für den hündischen Organismus aufbereitet werden. Bisher werden zur Therapie von Arthroseschmerzen vor allen Dingen Entzündungshemmer verwendet. Obwohl diese sich in zahlreichen Studien als sehr effektiv herausgestellt haben, können einige Tiere damit nicht langfristig therapiert werden. Ihr Wirkmechanismus führt bei manchen Hunden zu Magen-Darm Komplikationen. Gerade bei ältere Patienten müssen die Leber- und Nierenfunktion bei langfristiger Gabe überwacht werden. Außerdem gibt es auch Fälle, bei denen diese Klasse von Medikamenten keine ausreichende Schmerzlinderung bewirkt.</p>
<p class="post-text-block">Ein weiteres Problem: Seniorenhunde müssen aufgrund mehrerer Krankheitsbilder oft zeitgleich verschiedene Medikamente nehmen. Manche der Krankheiten erfordern beispielsweise eine Therapie mit Cortison, welches langfristig nicht zeitgleich mit den Entzündungshemmern gegeben werden kann.
Der neu entwickelte Arzneistoff Librela hemmt die Bindung vom Nervenwachstumsfaktor an die Rezeptoren von schmerzleitenden Zellen. Das ermöglicht eine deutliche Verringerung der Schmerzen ohne die üblichen Nebenwirkungen der Entzündungshemmer. Außerdem kann Librela mit einer viel größeren Palette an Medikamenten kombiniert werden.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-d450bbb15c8feba041fe7c4decd558b9dd75be58" href="/galleries/blogauto/images/d450bbb15c8feba041fe7c4decd558b9dd75be58.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/d450bbb15c8feba041fe7c4decd558b9dd75be58.jpg);"></div></div>
<h2 id="studien-mit-librela-bei-hunden">
<a href="#studien-mit-librela-bei-hunden" aria-hidden="true" class="anchor" id="studien-mit-librela-bei-hunden"></a>Studien mit Librela bei Hunden</h2>
<p class="post-text-block">Mehrere nach wichtigen Standards durchgeführte <a href="https://fluffology.de/post/helfen-lachsl--co-wenn-dem-hund-die-knochen-schmerzen">Studien über die Wirkung von Librela</a> sind sehr vielversprechend. Die in den Untersuchungen durch standardisierte Fragebögen erhobene Schmerzbelastung und Arthrosebeschwerden verringerten sich bei den mit dem Antikörper behandelten Hunden bedeutsam besser als in den Placebogruppen, welche nur eine wirkungslose Flüssigkeit gespritzt bekamen. Zusätzlich erfassten die Wissenschaftler/innen mittels eines kleinen Aktivitätstrackers das Bewegungsmaß der teilnehmenden Hunde. Die mit Librela behandelten Hunde bewegten sich deutlich mehr als die Hunde der Kontrollgruppe. Das kann auf den schmerzlindernden Effekt von Librela zurückzuführen sein, der den Hunden zu mehr Bewegungsfreude verhilft. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-N" id="fnref-N" data-footnote-ref>13</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-O" id="fnref-O" data-footnote-ref>14</a></sup></p>
<h2 id="zu-risiken-und-nebenwirkungen-von-librela">
<a href="#zu-risiken-und-nebenwirkungen-von-librela" aria-hidden="true" class="anchor" id="zu-risiken-und-nebenwirkungen-von-librela"></a>Zu Risiken und Nebenwirkungen von Librela</h2>
<p class="post-text-block">Bisher haben die in den Schmerzkreislauf des Nervenwachstumfaktors eingreifenden Antikörper keine Zulassung zur  Arthrosetherapie beim Menschen erhalten. Ein kleiner Teil, nämlich 1 Prozent, der teilnehmenden Patienten entwickelte mit den monoklonalen Antikörpern eine rasch fortschreitende Arthrose. Obwohl diese Patienten schmerzfrei waren, benötigten sie dann künstliche Gelenke. Warum genau es zu dieser raschen Verschlimmerung der Arthrose bei den wenigen Behandelten kam, ist noch nicht bekannt. Ursächlich könnten einerseits spezielle, noch unbekannnte Nebenwirkung des Antikörpers sein, andererseits besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Erkrankten durch die Schmerzfreiheit zu stark belasteten. Diese Nebenwirkung trat fast nur bei Erkrankten auf, die zusätzlich höhere Dosen von Entzündungshemmern einnahmen. Ansonsten kam es unter der Therapie in seltenen Fällen nur zu vorübergehenden Missempfindung wie Kribbeln oder erhöhter Temperaturempfindlichkeit.</p>
<p class="post-text-block">Das Risiko für Hunde, unter so einer rasch fortschreitenden Arthrose zu leiden, schätzten Mediziner/innen für gering ein. Das Krankheitsbild ist unabhängig von Librela noch nicht beim Hund beobachtet worden. Und tatsächlich zeigt auch die aktuelle Veröffentlichung zu Librela und dessen Langzeitwirkung, dass es innerhalb von 9 Monaten nicht zu entsprechenden Komplikationen bei Hunden kam.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-P" id="fnref-P" data-footnote-ref>15</a></sup></p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block"><strong>Mit Librela steht eine neue Behandlungsmethode zur Verfügung, die den Ergebnissen kontrollierter Studien zufolge bei zahlreichen Hunden Arthroseschmerzen deutlich lindern kann.</strong> Durch die spezielle Wirkweise treten viele sonst bei üblichen Schmerzmitteln gelegentlich vorkommenden Nebenwirkungen nicht auf. Das ist besonders bei älteren und vorerkrankten Hunden relevant. Leber und Nieren werden durch die Antikörper nicht belastet. Zudem kann Librela mit vielen anderen Medikamenten kombiniert werden. Es zeichnet sich aber ab, dass bei der Behandlung mit Librela Besitzer/innen in der Pflicht sind, eine Überlastung des erkrankten Hundes durch die neu gewonnene Schmerzfreiheit streng vermeiden sollten.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Sanderson RO, Beata C, Flipo RM, et al. . Systematic review of the management of canine osteoarthritis. Vet Rec 2009;164:418–24. 10.1136/vr.164.14.418 <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Johnson J, Austin C, Breur G. Incidence of canine appendicular musculoskeletal disorders in 16 Veterinary Teaching Hospitals from 1980 through 1989. Veterinary and Comparative Orthopaedics and Traumatology 1994;07:56–69. 10.1055/s-0038-1633097 <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block">Roush JK, McLaughlin RM, Radlinsky MG. Understanding the pathophysiology of osteoarthritis. Vet Med 2002;97:108–117 <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Lascelles BDX, Dong Y-H, Marcellin-Little DJ, et al. . Relationship of orthopedic examination, goniometric measurements, and radiographic signs of degenerative joint disease in cats. BMC Vet Res 2012;8:10 10.1186/1746-6148-8-1 <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Brown DC, Boston RC, Coyne JC, et al. . Ability of the Canine Brief Pain Inventory to detect response to treatment in dogs with osteoarthritis. J Am Vet Med Assoc 2008;233:1278–83. 10.2460/javma.233.8.127 <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-F">
<p class="post-text-block">Guillot M, Moreau M, Heit M, et al. . Characterization of osteoarthritis in cats and meloxicam efficacy using objective chronic pain evaluation tools. Vet J 2013;196:360–7. 10.1016/j.tvjl.2013.01.009 <a href="#fnref-F" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block">Knazovicky D, Helgeson ES, Case B, et al. . Widespread somatosensory sensitivity in naturally occurring canine model of osteoarthritis. Pain 2016;157:1325–32. 10.1097/j.pain.0000000000000521 <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="7" aria-label="Back to reference 7">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-I">
<p class="post-text-block">Ghilardi JR, Freeman KT, Jimenez-Andrade JM, et al. . Neuroplasticity of sensory and sympathetic nerve fibers in a mouse model of a painful arthritic joint. Arthritis &amp; Rheumatism 2012;64:2223–32. 10.1002/art.34385 <a href="#fnref-I" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="8" aria-label="Back to reference 8">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-J">
<p class="post-text-block">Aloe L, Rocco M, Balzamino B, et al. . Nerve growth factor: a focus on neuroscience and therapy. Current Neuropharmacol 2015;13:294–303. 10.2174/1570159X13666150403231920 <a href="#fnref-J" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="9" aria-label="Back to reference 9">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-K">
<p class="post-text-block">Omerbašić D, Smith ES, Moroni M, et al. Hypofunctional TrkA Accounts for the Absence of Pain Sensitization in the African Naked Mole-Rat. Cell Rep. 2016;17(3):748-758. doi:10.1016/j.celrep.2016.09.035 <a href="#fnref-K" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="10" aria-label="Back to reference 10">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-L">
<p class="post-text-block">Lane NE, Schnitzer TJ, Birbara CA, et al. . Tanezumab for the treatment of pain from osteoarthritis of the knee. N Engl J Med Overseas Ed 2010;363:1521–31. 10.1056/NEJMoa0901510 <a href="#fnref-L" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="11" aria-label="Back to reference 11">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-M">
<p class="post-text-block">Schnitzer TJ, Ekman EF, Spierings EL, et al. . Efficacy and safety of tanezumab monotherapy or combined with non-steroidal anti-inflammatory drugs in the treatment of knee or hip osteoarthritis pain. Ann Rheum Dis 2015;74:1202–11. <a href="#fnref-M" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="12" aria-label="Back to reference 12">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-N">
<p class="post-text-block">Lascelles BDX, Knazovicky D, Case B, et al. . A canine-specific anti-nerve growth factor antibody alleviates pain and improves mobility and function in dogs with degenerative joint disease-associated pain. BMC Vet Res 2015;11:101 10.1186/s12917-015-0413-x <a href="#fnref-N" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="13" aria-label="Back to reference 13">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-O">
<p class="post-text-block">Webster RP, Anderson GI, Gearing DP. Canine brief pain inventory scores for dogs with osteoarthritis before and after administration of a monoclonal antibody against nerve growth factor. Am J Vet Res <a href="#fnref-O" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="14" aria-label="Back to reference 14">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-P">
<p class="post-text-block">Maria J. Corral, Hilde Moyaert, Tiago Fernandes, Monica Escalada, Jezaniah Kira S Tena, Rodney R. Walters, Michael R. Stegemann, A prospective, randomized, blinded, placebo-controlled multisite clinical study of bedinvetmab, a canine monoclonal antibody targeting nerve growth factor, in dogs with osteoarthritis, Veterinary Anaesthesia and Analgesia, Volume 48, Issue 6, 2021, <a href="#fnref-P" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="15" aria-label="Back to reference 15">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/223105b050a24633b79e434d1604e478' alt='' />
</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Der Chihuahua - eine Qualzucht?</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/der-chihuahua---eine-qualzucht</link>
   <guid>der-chihuahua---eine-qualzucht</guid>
   <pubDate>Fri, 28 May 2021 20:53:22 +0200</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Der Chihuahua gehört zu den beliebtesten Hunderassen. Dem Rassestandard folgend sollte ein ausgewachsener Chihuahua nicht mehr als 3 kg wiegen. Damit besitzt der Chi eine wesentlich geringere Körpermasse als sein Urvater, der Wolf. Für ihre kleine Größe scheinen Chihuahuas allerdings einen großen Preis zu bezahlen. Und der betrifft vor allen Dingen ihren Kopf.</p>
<h2 id="wenn-der-schdel-nicht-zusammenwchst">
<a href="#wenn-der-sch%C3%A4del-nicht-zusammenw%C3%A4chst" aria-hidden="true" class="anchor" id="wenn-der-schädel-nicht-zusammenwächst"></a>Wenn der Schädel nicht zusammenwächst</h2>
<p class="post-text-block">Hunde werden ebenso wie Menschen mit einem noch unfertigen Schädel geboren. Zwischen den einzelnen Knochenplatten, die später die geschlossene Schädeldecke bilden, befinden sich Lücken. Diese Lücken im Schädel, Fontanellen genannt, erfüllen mehrere wichtige Zwecke. Während der Geburt müssen die Welpen durch den engen Geburtskanal der Mutterhündin passen. Durch die Fontanellen kann während der Geburt der Schädel etwas zusammengedrückt werden und so besser durch den Geburtskanal gelangen. Außerdem wächst das Gehirn nach der Geburt noch weiter und nimmt besonders in den ersten Lebenswochen schnell an Größe zu.</p>
<p class="post-text-block">Durch die Fontanellen kann dem Hirn genug Platz gegeben werden, denn es wächst schneller als die knöchernen Schädelplatten. Mit zunehmendem Lebensalter schließen sich die Fontanellen. Beim Hund ist dieser Prozess mit durchschnittlich 4 Lebensmonaten abgeschlossen. Während die Fontanellen noch offen sind, ist das Hirn an den Knochenlücken nur durch eine Schicht aus Bindegewebe geschützt. Das geht mit einem erhöhten Verletzungsrisiko einher.</p>
<h2 id="die-folgen-von-offenen-schdeldecken-bei-chihuahuas">
<a href="#die-folgen-von-offenen-sch%C3%A4deldecken-bei-chihuahuas" aria-hidden="true" class="anchor" id="die-folgen-von-offenen-schädeldecken-bei-chihuahuas"></a>Die Folgen von offenen Schädeldecken bei Chihuahuas</h2>
<p class="post-text-block">Bei vielen Kleinhundrassen und insbesondere dem Chihuahua bleiben die Fontanellen jedoch lebenslang offen. Das bedeutet, dass diese Hunde mit offenen Schädelstellen lebenslang sehr verletzungsanfällig bleiben. Bereits kleinere Traumata können daher zu Hirnverletzungen des Chihuahuas führen. Dazu gehören beispielsweise herunterfallende Gegenstände, ein versehentliches Treten oder das Tapsen mit der Pfote eines größeren Hundes.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>1</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Zusätzlich zeigte die Auswertung der Daten von Schädelbrüchen drei großer veterinärmedizinischer Kliniken, dass der Chihuahua neben dem Yorkshire Terrier überdurchschnittlich häufig betroffen ist.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>2</a></sup> Bei beiden Rassen besteht das Problem der offenen Fontanellen, welche die Schädeldecke insgesamt instabiler werden lassen. Dadurch kann es leichter zu Brüchen kommen.</p>
<p class="post-text-block">Schätzungen zufolge leidet die Mehrheit der Chihuahuas an mindestens einer offenen Schädelstelle. In einer sich gerade im Review befindenden Untersuchung wiesen 92 Prozent der mittels Computertomographie begutachteten Chihuahuas offene Fontanellen auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>3</a></sup> Je kleiner die Tiere und je runder und stärker nach oben gewölbt ihr Schädel war, desto mehr offene Stellen wiesen sie dabei auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-G" id="fnref-G" data-footnote-ref>4</a></sup></p>
<div style="text-align:center">
  <img src="/galleries/cc/images/bebd0a13696dcdf8608b0707d98b0bf8771ba9fd.png" style="text-align: center">
  <p class="post-text-block"><cite>Kiviranta AM, Rusbridge C, Lappalainen AK, et al. Persistent fontanelles in Chihuahuas. Part I: Distribution and clinical significance. J Vet Intern Med. 2021.</cite></p>
</div>
<h2 id="zu-wenig-platz-fr-das-gehirn">
<a href="#zu-wenig-platz-f%C3%BCr-das-gehirn" aria-hidden="true" class="anchor" id="zu-wenig-platz-für-das-gehirn"></a>Zu wenig Platz für das Gehirn</h2>
<p class="post-text-block">Neben den offenen Schädelstellen, die den Chihuahua sehr verletzungsanfällig werden lassen, treten noch weitere Probleme auf. Zu diesen gehört die Chiari ähnliche Malformation. Diese Krankheit ist durch ein Missverhältnis zwischen Schäden und dem Gehirn charakterisiert. Durch den extrem klein gezüchteten Kopf findet dabei das Gehirn des Hundes nicht mehr genügend Platz im Schädel. Als Folge dieses Platzmangels werden oft Hirnteile durch das für die Blut- und Nervengefäße vorgesehenes Öffnung im hinteren Bereich des Schädels gepresst. In einer Untersuchung finnischer Chihuahuas wiesen alle 53 Tiere diese Schädeldeformation auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>5</a></sup> Auch bei anderen Kleinhundrassen wie dem <a href="https://fluffology.de/post/der-cavalier-king-charles-spaniel--geboren-um-zu-leiden">Cavalier King Charles Spaniel</a>, dem Yorkshire Terrier und dem Pomeranian tritt diese gehäuft auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>6</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F" data-footnote-ref>7</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Häufige Folgen der Chiari Malformation sind Kopf- und starke Nervenschmerzen. Während einige Tiere die Schmerzen direkt mittels Schreien äußern, zeigen andere leicht zu übersehende Beschwerden. Die Tiere haben den Drang sich am Kopf zu kratzen, vermeiden dabei aber direkten Körperkontakt. Das Ergebnis ist das sogenannte Phantomkratzen, also Kratzbewegungen ohne die Haut zu berühren. Andere diskrete Anzeichen sind das Pressen des Kopfes gegen Gegenstände und Gangunsicherheiten.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-1b7106d3cefc8a546aab101b8f6f949557189dcc" href="/galleries/blogauto/images/1b7106d3cefc8a546aab101b8f6f949557189dcc.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/1b7106d3cefc8a546aab101b8f6f949557189dcc.jpg);"></div></div>
<h2 id="wasserkopf-bei-chihuahuas">
<a href="#wasserkopf-bei-chihuahuas" aria-hidden="true" class="anchor" id="wasserkopf-bei-chihuahuas"></a>Wasserkopf bei Chihuahuas</h2>
<p class="post-text-block">Im Gehirn befindet sich eine klare Flüssigkeit, Liquor oder Gehirnwasser genannt. Diese schützt das empfindliche Nervensystem und ist wichtig für dessen Stoffwechsel. Hierfür produziert der Körper konstant neues Gehirnwasser und sorgt für einen Abtransport von alter Flüssigkeit über die Blutgefäße. Bei einem gesunden Hund besteht also ein ausgewogener, stabiler  Kreislauf aus Neuproduktion und Abtransport. Ist der Hund am Wasserkopf erkrankt, kommt es zu einem Ungleichgewicht, welches zu einer übermäßigen Zunahme von Gehirnwasser im Kopf führt. Zunächst vergrößern sich dadurch die mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume im Hirn. Dadurch wird das Hirngewebe zunehmend verdrängt und gequetscht. Bei einigen Tieren mit offenen Fontanellen dehnt sich der Kopf zunehmend aus. Unbehandelt kommt es im Verlauf zum Absterben von Hirngewebe.</p>
<p class="post-text-block">Im Frühstadium oder bei geringgradiger Ausprägung der Krankheit sind in der Regel nur wenig Symptome zu sehen. In schwereren Fällen kommt es zu deutlichen neurologischen Symptomen. Die erkrankten Hunde haben Koordinations- und Hörstörungen und Kopfschmerzen. Der Wasserkopf geht auch oft mit einer Störung Empfindungen einher. In diesem Fall empfinden die Hunde beispielsweise bereits ein einfaches Streicheln über das Fell als äußerst schmerzhaft.</p>
<p class="post-text-block">Chihuahuas leiden gehäuft unter einem Wasserkopf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>8</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-I" id="fnref-I" data-footnote-ref>9</a></sup> Auch hier scheint sich abzuzeichnen: Je kleiner und leichter die Zuchttiere sind, desto höher das Risiko des Nachwuchses, an einem Wasserkopf zu erkranken. Heimtückischerweise können Veränderungen im Hirn durch ein Ungleichgewicht des Gehirnwassers auch unentdeckt bleiben. Solche geringgradigen Ausprägungen des Wasserkopfs treten gehäuft bei kurzköpfigen, brachyzephalen Rassen wie dem Chihuahua oder der Französischen Bulldogge auf. Im inneren des Schädels kommt zu Veränderungen, die von außen nicht erkenntlich sind. In einer Studie zeigte sich, dass Hunde selbst bei einer geringen Erhöhung der Flüssigkeit im Hirn weniger weiße Hirnmasse aufweisen als gesunde Hunde der gleichen Größe.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-J" id="fnref-J" data-footnote-ref>10</a></sup></p>
<h2 id="zusammenfassung">
<a href="#zusammenfassung" aria-hidden="true" class="anchor" id="zusammenfassung"></a>Zusammenfassung</h2>
<p class="post-text-block">Chihuahuas sind anfällig für eine ganze Reihe von Erkrankungen, die den Schädel betreffen. Durch offene Schädelstellen bleiben sie lebenslang verstärkt verletzungsanfällig. Es gibt erste Hinweise, dass die Löcher im Kopf bei nahezu allen Exemplaren der Rassen vorhanden sind. Daneben leiden Chihuahuas verstärkt unter der Chiari-ähnlichen Malformation, bei welcher das Gehirn zu groß für den kleinen Kopf ist. Eine weitere gehäuft auftretende Krankheit der Chihuahuas ist der Wasserkopf. Beide Erkrankungen gehen in vielen Fällen mit Schmerzen und einer stark eingeschränkten Lebensqualität einher. Je kleiner, leichter und rundköpfiger die Chihuahuas sind, desto stärker  scheinen sich die Erkrankungen auszuprägen.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-cb82f6fad7d581ddf1a7db5e9fc4cd951450f6cf" href="/galleries/blogauto/images/cb82f6fad7d581ddf1a7db5e9fc4cd951450f6cf.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/cb82f6fad7d581ddf1a7db5e9fc4cd951450f6cf.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Zum Weiterlesen: <a href="https://pedigreedogsexposed.blogspot.com/2021/05/chihuahuas-shocking-new-research-finds.html?m=1&amp;fbclid=IwAR3yWCuWkWumAvxi4eon5ITIsCU0KK-iL5x3L5YufkFW_aPWPJL12L4CokI">Blogpost zur Schädelproblematik</a></p>
<p class="post-text-block"><strong>Titelbild von <a href="https://www.flickr.com/photos/62337512@N00/3727104807/in/photolist-6FmopH-nDx1z8-5eyzH-cKYPc3-4aLvTZ-4aLxKK-bujSwf-4aQtp9-gNB7fd-55Nh3n-v7xv3-BmNHN-ijo2fT-5vRGqx-5vW3vu-v7yxQ-6wuJSz-4FSh3Y-6yoT5U-7mrUsi-4HxPAH-ahPFu-2gQFLZF-bmta-4vKAdH-7tDZ6u-4oUw4H-4FMYhK-28nfHWo-8vHkyx-28ngDH1-4FS92J-q7B33S-Pb4m48-LiKuAA-kaY5x-f3nmpr-28ngDSu-LTkUX-2MQ1Cq-8msHjH-c62ez-4RTrMg-28ngEAo-4aQrDU-4aQtQq-VvFUgx-4yccgf-9zuxvH-qBcThB">anthony kelly</a></strong></p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Amid, Adetayo &amp; Gainey, Joseph. (2018). Treatment of trauma induced seizures associated with molera in a crossbred Chihuahua dog. 8. 100-102. <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Amengual‐Batle, Pablo, et al. “Traumatic Skull Fractures in Dogs and Cats: A Comparative Analysis of Neurological and Computed Tomographic Features.” Journal of Veterinary Internal Medicine, vol. 34, no. 5, 2020, pp. 1975–1985., doi:10.1111/jvim.15838. <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block">Kiviranta AM, Rusbridge C, Lappalainen AK, et al. Persistent fontanelles in Chihuahuas. Part I: Distribution and clinical significance. J Vet Intern Med. 2021. <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-G">
<p class="post-text-block">Kiviranta A-M, Rusbridge C, Lappalainen AK, Junnila JJT, Jokinen TS. Persistent fontanelles in Chihuahuas. Part II: Association with craniocervical junction abnormalities, syringomyelia, and ventricular volume. J Vet Intern Med. 2021;1–9. <a href="https://doi.org/10.1111/jvim.16123">https://doi.org/10.1111/jvim.16123</a> <a href="#fnref-G" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Kiviranta AM, Rusbridge C, Laitinen-Vapaavuori O, et al. Syringomyelia and Craniocervical Junction Abnormalities in Chihuahuas. J Vet Intern Med. 2017;31(6):1771-1781. doi:10.1111/jvim.14826 <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Dewey CW, Berg JM, Barone G, et al. Foramen magnum decompression for treatment of caudal occipital malformation syndrome in dogs. J Am Vet Med Assoc 2005;227:1250–1255, 1270–1 <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-F">
<p class="post-text-block">Ortinau N, Vitale S, Akin EY, et al. Foramen magnum decompression surgery in 23 Chiari‐like malformation patients 2007–2010: Outcomes and owner survey results. Can Vet J 2015;56:288–291. <a href="#fnref-F" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="7" aria-label="Back to reference 7">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block">Braund KG: Hydrocephalus. In Clinical Syndromes in Veterinary Neurology. St. Louis, Mosby, 1994, pp 146-148 <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="8" aria-label="Back to reference 8">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-I">
<p class="post-text-block">Selby LA, Hayes Jr HM, Becker SV: Epizootiologic features of canine hydrocephalus. Am J Vet Res 40:411-413, 1979. <a href="#fnref-I" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="9" aria-label="Back to reference 9">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-J">
<p class="post-text-block">Schmidt MJ, Laubner S, Kolecka M, et al. Comparison of the Relationship between Cerebral White Matter and Grey Matter in Normal Dogs and Dogs with Lateral Ventricular Enlargement. PLoS One. 2015;10(5):e0124174. Published 2015 May 4. doi:10.1371/journal.pone.0124174 <a href="#fnref-J" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="10" aria-label="Back to reference 10">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/62126f4e53a84b9b99fc21639b36c905' alt='' />
</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>"Is mir egal" - Über die Auswirkung vom Stress des Menschen auf unabhängige Hunderassen</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/is-mir-egal---ber-die-auswirkung-vom-stress-des-menschen-auf-unabhngige-hunderassen</link>
   <guid>is-mir-egal---ber-die-auswirkung-vom-stress-des-menschen-auf-unabhngige-hunderassen</guid>
   <pubDate>Sun, 16 May 2021 16:01:13 +0200</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Mittlerweile gibt es zahlreiche Hinweise dafür, dass unterschiedliche Eigenschaften des Menschen eine Auswirkung auf den Hund haben können. Dass gestresste Personen das Stresslevel auf ihre Tiere der Rassen Border Collie und Sheltie übertragen könnten, zeigte eine Studie aus dem Jahr 2019. Nun wurde untersucht, ob das gleiche Phänomen auch bei Hunderassen zu beobachten ist, die als weniger kooperativ gelten.</p>
<h2 id="gefhlsansteckung-unter-menschen">
<a href="#gef%C3%BChlsansteckung-unter-menschen" aria-hidden="true" class="anchor" id="gefühlsansteckung-unter-menschen"></a>Gefühlsansteckung unter Menschen</h2>
<p class="post-text-block">Unsere eigenen Gefühle und Emotionen können ansteckend auf andere Personen wirken. Dieses Phänomen wird als Gefühlsansteckung bezeichnet. Dabei lösen die beobachteten Gefühle und Zustände beim Beobachter automatisch ähnliche Emotionen aus. Zur Gefühlsansteckung zwischen Menschen gibt es bereits zahlreiche Veröffentlichung.</p>
<p class="post-text-block">Beispielsweise zeichnete der Wissenschaftler Totterdell die Gefühle von Spielern der Ballsportart Cricket auf. Mittels kleiner Taschencomputer gaben sie im Versuchszeitraum regelmäßig an, wie sie ihre Stimmung und Spielleistung bewerteten. Befand sich gesamte Team in einer eher positiven Stimmung, waren die individuellen Spieler auch besser gelaunt.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup> Allein die Beobachtung gut gelaunter Menschen kann zu besserer Stimmung und positiven Emotionen bei den Betrachtern führen. Wütende Menschen lösen hingegen auch bei den Beobachtenden schlechtere Laune aus.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>2</a></sup> In einer weiteren Studie konnte die Gefühlsansteckung von Angst unter Patienten beobachtet werden, denen eine Operation bevorstand. Befanden sich im Wartezimmer andere besorgte Patienten, zeigten sich die wartenden Personen ängstlicher als diejenigen, die das Wartezimmer mit entspannten Menschen teilten. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>3</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Wie genau die Gefühlsansteckung funktioniert, ist noch nicht bekannt. Wichtig ist, dass die Übernahme von emotionalen Zuständen anderer in vielen Fällen unbewusst und automatisch geschieht. Das zeigen auch die Befunde einer Studie, in denen die Pupillengröße der teilnehmenden Probanden und Probandinnen aufgezeichnet wurde. Betrachteten die Teilnehmenden Fotos von traurigen Personen mit unterschiedlichen Pupillengrößen, passte sich ihre eigene Pupillengröße der auf dem Foto zu sehenden an. Die Fotos stimulierten ein spezielles Areal im Hirn, welches für die unbewusste Steuerung der Pupillengröße zuständig ist. Die Anpassung erfolgte unabhängig davon, ob die Person Mitleid mit den zu sehenden Personen empfand oder nicht.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>4</a></sup></p>
<h2 id="gefhlsansteckung-unter-tieren">
<a href="#gef%C3%BChlsansteckung-unter-tieren" aria-hidden="true" class="anchor" id="gefühlsansteckung-unter-tieren"></a>Gefühlsansteckung unter Tieren</h2>
<p class="post-text-block">Gefühlsansteckung ist nicht nur beim Menschen zu beobachten, sondern auch bei Tieren. Speziell bei solchen, die in sozialen Gruppen leben. Durch Elektroschocks verängstigte Ratten übertragen ihre Angst im Nachhinein auf Artgenossen, welche selbst keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht haben.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F" data-footnote-ref>5</a></sup> Auch zu der Stimmungsübertragung zwischen Mensch und Hund gibt es bereits einige Veröffentlichungen. <a href="https://fluffology.de/post/kann-angst-auf-hunde-bertragen-werden">So zeigten laut einer Fragebogenstudie</a>  die Hunde von Halter/innen mit ausgeprägter Ängstlichkeit häufiger ängstliches Verhalten.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-6ca3355da2347547e660c467a9d854192b3fd9ef" href="/galleries/blogauto/images/6ca3355da2347547e660c467a9d854192b3fd9ef.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/6ca3355da2347547e660c467a9d854192b3fd9ef.jpg);"></div></div>
<h2 id="bertragung-von-stress">
<a href="#%C3%BCbertragung-von-stress" aria-hidden="true" class="anchor" id="übertragung-von-stress"></a>Übertragung von Stress</h2>
<p class="post-text-block">Neben positiven und negativen Emotionen scheint auch Stress übertragbar zu sein. Konfrontationen mit belastenden Situationen und Reizen lösen spezielle körperliche Reaktionen aus, die Stressreaktion. Die Auswirkungen der Stressreaktion sind auf verschiedene Art und Weise messbar. So können die Konzentration des Hormons Cortisol im Blut oder im Haar, die Herzfrequenz oder die Schweißmenge Aufschluss über die Stressbelastung geben. Diese vor allen Dingen zwischen Eltern und Kindern intensiv erforschte Stressübertragung findet möglicherweise auch zwischen Hunden und ihren Besitzer/innen statt. In einer ungarischen Studie stieg das Stresslevel und sank die Konzentrationsleistung von Hunden, deren Besitzer/innen vorher ohne Anwesenheit des Hundes experimentell gestresst wurden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-G" id="fnref-G" data-footnote-ref>6</a></sup></p>
<p class="post-text-block"><a href="https://fluffology.de/post/gestresster-mensch-gestresster-hund#fn14">In einer weiteren Studie aus Schweden</a> interessierten sich die Forscher/innen für den Cortisolgehalt in den Haaren von Hunden und deren Menschen.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>7</a></sup> Der Haar-Cortisolgehalt gibt Aufschluss darüber, wie stark und häufig das dazugehörige Individuum gestresst war. Dabei zeigte sich: Die untersuchten Cortisolwerte wiesen zwischen Hund und Halter/innen Ähnlichkeiten auf. Menschen mit hoher Stressbelastung besaßen demzufolge auch öfter gestresste Hunde. Besonders deutlich zeigte sich dieser Zusammenhang bei Hund-Mensch Teams, die intensiv gemeinsam für Sportwettbewerbe trainierten, also viel Zeit miteinander verbrachten. Bei den Tieren handelte es sich jedoch ausschließlich um Hütehunde der Rassen Border Collie und Sheltie.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-5f6e37f3bb202f54578593407a1426e597b9e1d5" href="/galleries/blogauto/images/5f6e37f3bb202f54578593407a1426e597b9e1d5.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/5f6e37f3bb202f54578593407a1426e597b9e1d5.jpg);"></div></div>
<h2 id="sensible-htehunde-vsunabhngige-und-ursprngliche--hunderassen">
<a href="#sensible-h%C3%BCtehunde-vsunabh%C3%A4ngige-und-urspr%C3%BCngliche--hunderassen" aria-hidden="true" class="anchor" id="sensible-hütehunde-vsunabhängige-und-ursprüngliche--hunderassen"></a>Sensible Hütehunde vs.unabhängige und ursprüngliche  Hunderassen</h2>
<p class="post-text-block">Die bisherige Untersuchung zur langfristigen Gefühlsansteckung und Stressübertragung beinhaltete nur Hütehunde. Daher widmete sich ein Forscherteam dem Vergleich zwischen Hütehunden und Hunderassen, die anders als die Hütehunde unabhängig vom Mensch arbeiten oder zu den genetisch dem Wolf näher stehenden ursprünglichen Rassen gehören. Würden diese zwei eher von Menschen unabhängige Hundetypen eine geringere Reaktion auf die Stressbelastung ihrer Halter/innen zeigen?<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-I" id="fnref-I" data-footnote-ref>8</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Hierfür rekrutierten die Wissenschaftler/innen 24 Hunde vom Urtyp, darunter Shiba Inus, Huskies, Samojeden und Akita Inus sowie 18 unabhängig vom Menschen jagende Hunde wie Schwedische Elchhunde, Laikas, Dackel und den Norbottenspitz. Diese Rassen wurde nicht in einem so großen Ausmaß auf die Kooperation mit dem Menschen selektiert wie die Hütehunde.
Die Besitzer/innen füllten mehrere Fragebögen zur ihren eigenen Persönlichkeitsmerkmalen sowie denen der Hunde aus. Um die Stressbelastung von Mensch und Hund zu messen, wurden der Gehalt vom Stresshormon Cortisol in deren Haaren ermittelt.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-0015d4faf27f7c6bc5bd0a31969ae9836318f758" href="/galleries/blogauto/images/0015d4faf27f7c6bc5bd0a31969ae9836318f758.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/0015d4faf27f7c6bc5bd0a31969ae9836318f758.jpg);"></div></div>
<h2 id="ergebnis">
<a href="#ergebnis" aria-hidden="true" class="anchor" id="ergebnis"></a>Ergebnis</h2>
<p class="post-text-block">Während es in vorangegangenen Studien Hinweise auf die Übertragung des menschlichen Stresslevels auf Hütehunde gab, fehlen diese hier. Die an wenigen Tieren erhobenen Daten deuten an, dass die Hunde ursprünglicher oder unabhängig vom Menschen arbeitender Rassen weniger empfänglich auf den Stress ihrer Besitzer/innen reagieren. Eine Übertragung des Stresslevels vom Menschen auf den Hund konnte nicht ausfindig gemacht werden.</p>
<p class="post-text-block">Weiterhin interessant: In zahlreichen Arbeiten wiesen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale des Menschen einen Zusammenhang mit der Stressbelastung des Hundes auf. Diese Beobachtung konnte auch bei den unabhängig vom Menschen jagenden Hunden gemacht werden. Die Jagdhunde, deren Menschen hoher Ausprägung bei der Persönlichkeitseigenschaft “Verträglichkeit”aufwiesen, zeigten geringere auf Langzeitstress hindeutende Werte. Ausgeprägt verträgliche Menschen zeigen sich sehr freundlich und hilfsbereit gegenüber anderen Menschen. Bei den ursprünglichen Hunderassen wie dem Akita Inu oder Husky gab es keinen solchen Zusammenhang.</p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block">Einige Hunde scheinen verstärkt die Tendenz zu besitzen, sich an die Gefühlslage des Besitzer/innen und an dessen Stresslevel anzupassen. Die Hunde von stark gestressten Menschen weisen in diesem Fall auf eine hohe Stressbelastung hinweisende Hormonwerte auf.  Das bei Hütehunden beobachtete Phänomen trat bei Hunden des Urtyps und unabhängig vom Menschen arbeitenden Jagdhunden jedoch nicht auf. Sie sind möglicherweise weniger empfänglich für die Stressbelastung ihrer Besitzer/innen oder zeigen sich diesen robuster gegenüber.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Totterdell, P. (1999). Mood scores: Mood and performance in professional cricketers. British Journal of Psychology, 90, 317-332. <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Kelly, J. R., Iannone, N. E. and McCarty, M. K. (2016), Emotional contagion of anger is automatic: An evolutionary explanation. Br. J. Soc. Psychol., 55: 182-191. doi:10.1111/bjso.12134 ↩ <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Auerbach, S. M. (1973). Trait-state anxiety and adjustment to surgery. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 40, 264-271 <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Harrison NA, Singer T, Rotshtein P, Dolan RJ, Critchley HD. Pupillary contagion: central mechanisms engaged in sadness processing. Soc Cogn Affect Neurosci. 2006 Jun;1(1):5-17. doi: 10.1093/scan/nsl006. PMID: 17186063; PMCID: PMC1716019. <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-F">
<p class="post-text-block">Knapska, E., Mikosz, M., Werka, T., &amp; Maren, S. (). Social modulation of learning in rats. Learning &amp; memory (Cold Spring Harbor, N.Y.), 17(1), 35–42. <a href="#fnref-F" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-G">
<p class="post-text-block">Sümegi, Z., Oláh, K. &amp; Topál, J. Emotional contagion in dogs as measured by change in cognitive task performance. Appl. Anim. Behav. Sci. 160, 106–115 (2014).  ↩ <a href="#fnref-G" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block">Long-term stress levels are synchronized in dogs and their owners", Ann-Sofie Sundman, Enya Van Poucke, Ann-Charlotte Svensson Holm, Åshild Faresjö, Elvar Theodorsson, Per Jensen and Lina S . V. Roth, 2019, Scientific Reports, published online June 6, 2019  ↩ <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="7" aria-label="Back to reference 7">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-I">
<p class="post-text-block">Höglin, A., Van Poucke, E., Katajamaa, R. et al. Long-term stress in dogs is related to the human–dog relationship and personality traits. Sci Rep 11, 8612 (2021). <a href="https://doi.org/10.1038/s41598-021-88201-y">https://doi.org/10.1038/s41598-021-88201-y</a> <a href="#fnref-I" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="8" aria-label="Back to reference 8">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/b1411e528cc2439da28844cfe36f7446' alt='' />
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   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Kann Angst auf Hunde übertragen werden?</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/kann-angst-auf-hunde-bertragen-werden</link>
   <guid>kann-angst-auf-hunde-bertragen-werden</guid>
   <pubDate>Sat, 01 May 2021 12:05:47 +0200</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">“Sei doch nicht so ängstlich, das überträgt sich auf den Hund.” Dieser Satz ist häufig in Diskussionen von Hundehalter/innen zu hören. Aber zeigen Hunde von ängstlichen Halter/innen auch wirklich verstärkt Angstverhalten? Eine aktuelle Studie befasst sich mit dieser interessanten Fragestellung.</p>
<h2 id="ngstlichkeit-als-persnlichkeitsmerkmal">
<a href="#%C3%A4ngstlichkeit-als-pers%C3%B6nlichkeitsmerkmal" aria-hidden="true" class="anchor" id="ängstlichkeit-als-persönlichkeitsmerkmal"></a>Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal</h2>
<p class="post-text-block">Unser Verhalten und Denken ist maßgeblich durch unsere Persönlichkeit geprägt. Im wissenschaftlichen Sinne kann die Persönlichkeit als eine Sammlung zeitlich stabil bleibender Eigenschaften und Einstellungen gesehen werden. Diese führen dann zu den charakteristischen Verhaltensweisen einer Person. Ein solches Persönlichkeitsmerkmal ist die in der Psychologie als “Trait-Angst” bezeichnete Ängstlichkeit. Je ausgeprägter die Ängstlichkeit bei Menschen ist, desto schneller und stärker nehmen sie ihre Umwelt als gefährlich war. Im Vergleich zu Menschen mit geringer Ängstlichkeit werden Situationen und Aussagen von ihnen als bedrohlicher bewertet. Personen mit hohen Werten bei der Ängstlichkeit widmen potenziell angstauslösenden Reizen mehr Aufmerksamkeit und erinnern sich häufiger an negative als an positive Ereignisse.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-75bf28d6ce99c02558bc2892ea1287e5453715ea" href="/galleries/blogauto/images/75bf28d6ce99c02558bc2892ea1287e5453715ea.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/75bf28d6ce99c02558bc2892ea1287e5453715ea.jpg);"></div></div>
<h2 id="ngstliche-menschen-ngstliche-hunde">
<a href="#%C3%A4ngstliche-menschen-%C3%A4ngstliche-hunde" aria-hidden="true" class="anchor" id="ängstliche-menschen-ängstliche-hunde"></a>Ängstliche Menschen, ängstliche Hunde?</h2>
<p class="post-text-block">In der Studie untersuchten die Forscher/innen den Zusammenhang zwischen der Ausprägung von Ängstlichkeit von Hundebesitzer/innen und Angstverhalten ihrer Hunde.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup> Dabei verfolgten sie mehrere in Frage kommende Ursachen eines Zusammenhangs. Zum einen könnten die Hunde durch <a href="https://fluffology.de/post/gestresster-mensch-gestresster-hund">Stimmungsübertragung</a> das ängstliche Verhalten ihrer Bezugsperson direkt übernehmen. Möglich wäre auch ein Mangel ausreichender Gewöhnung an Umweltreize durch überfürsorgliches Verhalten. Die Besitzer/innen könnten dadurch dem Hund Chancen verwehren, sich selbstständig mit neuen Situationen und zunächst als bedrohlich empfundenen Reizen vertraut zu machen. Als dritte Erklärung wird die Option angeführt, dass ängstliche Menschen eher auf strafende Maßnahmen in der Erziehung zurückgreifen, was ängstlicheres Verhalten des Hundes hervorrufen könnte.</p>
<p class="post-text-block">Insgesamt wurden für die Studien die Daten von über 1000 Hundehalter/innen ausgewertet, welche für die Untersuchung mehrere Fragebögen beantworteten. Mittels der Befragungen erfassten die Wissenschaftler/innen den Grad an Ängstlichkeit der Menschen sowie die Ausprägung von ängstlichem Verhalten der dazugehörigen Hunde. Außerdem mussten Befragungen zum Erziehungsstil und zu überfürsorglichem Verhalten ausgefüllt werden. Die Forscher/innen interessierte zudem, wie stark die Hunde auf die Emotionen ihrer Besitzer/innen reagierten.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-d7ccc7ca4f75b2edc722ad8aa5226daa184bc2f5" href="/galleries/blogauto/images/d7ccc7ca4f75b2edc722ad8aa5226daa184bc2f5.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/d7ccc7ca4f75b2edc722ad8aa5226daa184bc2f5.jpg);"></div></div>
<h2 id="ergebnis">
<a href="#ergebnis" aria-hidden="true" class="anchor" id="ergebnis"></a>Ergebnis</h2>
<p class="post-text-block">Die Datenanalyse ergab, dass die Hunde von Besitzer/innen mit ausgeprägter Ängstlichkeit den Angaben zufolge tatsächlich auch häufiger ängstliches Verhalten zeigten. Das ängstliche Verhalten der Hunde ist den Erkenntnissen der Studie zufolge jedoch eher nicht durch Überbehütung oder strafende Erziehungsmethoden verursacht. Hunde, die besonders stark und sensibel auf die emotionale Lage des Menschen reagierten, zeigten ein umso deutlicher von der Angst des Menschen beeinflusstes Verhalten. Das spricht eher für die Theorie der direkten Stimmungsübertragung. Ähnliche Beobachtungen wurden bereits in Eltern-Kind Beziehungen gemacht.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>2</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Trotzdem gilt: Es handelt sich hierbei um eine Zusammenhangsstudie, aus der nicht einfach ein Ursache-Wirkungsgefüge abzuleiten ist. Zusätzlich basieren die Daten der Studie ausschließlich aus Selbstauskünften der Teilnehmenden. So könnten beispielsweise eher ängstliche Menschen Angstverhalten beim Hund dramatischer und stärker bewerten als weniger ängstliche.</p>
<p class="post-text-block">Eine weitere offene Frage ist zudem, von welchen Faktoren abhängig ist, wie stark sich ein Hund von menschlichen Emotionen beeinflussen lässt. Zukünftige Forschung in diesem Bereich hilft unter Umständen dabei, den passenden Hund für den jeweiligen Menschen auszuwählen.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Maria Pereira , Antonio Lourenco , Mariely Lima , James Serpell , Karine Silva , Evaluation of mediating and moderating effects on the relationship between owners’ and dogs’ anxiety: a tool to understand a complex problem, Journal of Veterinary Behavior (2021), doi: <a href="https://doi.org/10.1016/j.jveb.2021.03.004">https://doi.org/10.1016/j.jveb.2021.03.004</a> <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Ginsburg, G. S., Schleider, J. L., Tein, J. Y., Drake, K. L., 2018. Family and parent predictors of anxiety disorder onset in offspring of anxious parents. In Child &amp; youth care forum (Vol. 47, No. 3, pp. 363-376). Springer US. <a href="https://doi.org/10.1007/s10566-017-9432-z">https://doi.org/10.1007/s10566-017-9432-z</a> <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/2b63aee3c5d94441a5005453a220fc2a' alt='' />
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   </description>
  </item>
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  <item>
   <title>Herzkrank durch Ernährung? Neues zur ernährungsbedingten DCM beim Hund </title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/herzkrank-durch-ernhrung-neues-zur-ernhrungsbedingten-dcm-beim-hund</link>
   <guid>herzkrank-durch-ernhrung-neues-zur-ernhrungsbedingten-dcm-beim-hund</guid>
   <pubDate>Mon, 22 Mar 2021 19:38:34 +0100</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">2018 informierte die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA erstmals darüber, dass bestimmte Futtersorten möglicherweise die Herzerkrankung DCM auslösen könnten. Im Verdacht stehen dabei getreidefreie Hundefuttersorten und solche mit einem höherem Anteil an Kartoffeln, Süßkartoffeln oder Hülsenfrüchten. Auch Hunderassen, die eigentlich selten an DCM, könnten laut Aussagen durch die entsprechenden Futtermittel erkranken.</p>
<p class="post-text-block">Drei Jahre später sind zahlreiche Fragen zu dieser Problematik immer noch nicht beantwortet. Gibt es wirklich eine Häufung der Fälle oder sind die Fallmeldungen eher das Ergebnis einer verstärkten Wachsamkeit gegenüber Herzerkrankungen? Lassen Hundehalter/innen, welche die entsprechenden Futtersorten füttern ihren Hund tendenziell eher kardiologisch untersuchen? Wie viele Fälle gibt es außerhalb der USA? <a href="https://fluffology.de/post/herzkrank-durch-getreidefreies-futter-und-hlsenfrchte-erkenntnisse-zur-dcm">Welche Bestandteile des Futters sind für die DCM verantwortlich?</a> Erste Studien sind zwar veröffentlicht, tragen aber wenig zur Klärung wesentlicher Fragen bei. Das gilt leider auch für die aktuellsten Veröffentlichungen zur potenziell ernährungsbedingten DCM.</p>
<h2 id="getreidehaltige-vs-getreidefreie-ftterung-bis-zur-erkrankung">
<a href="#getreidehaltige-vs-getreidefreie-f%C3%BCtterung-bis-zur-erkrankung" aria-hidden="true" class="anchor" id="getreidehaltige-vs-getreidefreie-fütterung-bis-zur-erkrankung"></a>Getreidehaltige vs. getreidefreie Fütterung bis zur Erkrankung</h2>
<p class="post-text-block">In einer aktuellen Studie werteten Wissenschaftler/innen die Daten von 67 an DCM erkrankten Hunden aus.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup> Von Interesse waren dabei Zusammenhänge zwischen der Ernährungsform erkrankter Hunde und der Überlebensdauer.
Sie verglichen hierfür den Krankheitsverlauf zwischen zwei Hundegruppen. Die erste Gruppe erhielt bis zur Diagnose eine der als kritisch bewerteten Futtersorten. Dazu gehören getreidefreie Futtersorten, Futtersorten mit Kartoffeln oder Süßkartoffeln und solche mit einem höheren Anteil von Hülsenfrüchten. Nach der Diagnose fütterten die Besitzer/innen getreidehaltige Sorten. Die zweite Gruppe wurde durchgängig mit getreidehaltigem Futter ernährt.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-f1f9330ed01a90b1a7a8196187aef1d7cc32157c" href="/galleries/blogauto/images/f1f9330ed01a90b1a7a8196187aef1d7cc32157c.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/f1f9330ed01a90b1a7a8196187aef1d7cc32157c.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Folgende Annahme verfolgten die Forscher/innen in der Untersuchung: Wenn getreidefreies Futters bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielt, müsste ein Wechsel auf eine getreidehaltige Futtersorte den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Hierfür ist es wichtig, den Einfluss des Futterwechsels von den Effekten therapeutischer Medikamente zu trennen. Deswegen erfolgte der Vergleich mit einer Gruppe von Hunden, die neben der Medikation durchgängig getreidehaltiges Futter bekamen.</p>
<p class="post-text-block">Der reine Vergleich beider Gruppen ergab bezüglich der Überlebensdauer keinen Unterschied. In einer zweiten Analyse schlossen die Forscher diejenigen Hunde aus, die bereits eine Woche nach der Diagnose verstarben. Unter Ausschluss dieser Tiere überlebte die vormals getreidefrei ernährte Gruppe nach dem Futterwechsel bedeutsam länger als die konstant mit Getreide ernährten Hunde (465  vs 263 Tage). Das Alter, ab welchem die Krankheit einsetzte, variierte auch im Zusammenhang mit der Ernährung. Die vormals getreidefrei ernährten Hunde erhielten ihre Diagnose im durchschnittlichen Alter von 6 Jahren, die der Getreidegruppe mit durchschnittlich 9,3 Jahren. Außerdem war das Risiko zu Versterben umso höher, je länger die Hunde zuvor mit getreidefreiem Futter ernährt wurden.</p>
<p class="post-text-block">Insgesamt also alles Hinweise dafür, dass die getreidefreie Fütterung zu einer Entwicklung der DCM beitragen kann? Nicht wirklich. Denn die Studie weist zu viele Methodische Mängel auf.</p>
<h2 id="probleme-die-zu-geringer-aussagekraft-fhren">
<a href="#probleme-die-zu-geringer-aussagekraft-f%C3%BChren" aria-hidden="true" class="anchor" id="probleme-die-zu-geringer-aussagekraft-führen"></a>Probleme, die zu geringer Aussagekraft führen</h2>
<p class="post-text-block">Die nachträgliche Änderung der Stichprobe, nämlich die Entnahme der Tiere die innerhalb der ersten Woche gestorben sind, hätte so nicht erfolgen dürfen.</p>
<p class="post-text-block">Die einzelnen Futtersorten werden nicht genau aufgeschlüsselt. Während bei den verabreichten getreidefreien Futtersorten die groben Zutaten beschrieben werden, fehlen diese völlig für die getreidehaltigen Futtersorten. Wie soll ein bedeutsamer Einfluss von Hülsenfrüchten auf die Herzgesundheit ermittelt werden, wenn möglicherweise getreidehaltige Futtersorten der Kontrollgruppe ebenfalls Hülsenfrüchte enthalten? Wieso blieb abermals die Hülsenfrucht Soja bei der Analyse vollkommen unberücksichtigt? Zusätzlich ist bei den vor 2017 erkrankten Hunden eine komplette Analyse der verabreichten Futtersorten gar nicht mehr möglich gewesen.</p>
<p class="post-text-block">Eine besonders kritische Schwäche der Studie: Während 30 von 36 Hunden der vormals getreidefrei ernährten Hunde zur Therapie der DCM Taurin erhielten, bekam bei den durchgängig getreidehaltig gefütterten Hunden nur eines der Tiere Taurin. Es gibt also einen deutlichen Unterschied in der Behandlung der Gruppen. Die vorteilhafte Entwicklung des Krankheitsverlaufs in der vormals getreidefrei ernährten Gruppe könnte daher dem Taurin und nicht dem Futterwechsel zu verdanken sein.  Auch wenn in beiden Gruppen nur eine Minderheit der Hunde einen niedrigen Taurinspiegel aufwies, kann Taurin trotzdem einen positiven Effekt auf die Herzgesundheit erzielt haben. Auf jeden Fall hätte dieser Unterschied unbedingt in der Datenauswertung berücksichtigt werden müssen.</p>
<p class="post-text-block">Weiterhin interessant: Im Rahmen der ernährungsbedingten DCM wird immer wieder betont, dass Rassen erkranken, die sonst eher nicht unter DCM leiden. Ein rassebedingt und somit genetisch besonders hohes Erkrankungsrisiko besitzen der Dobermann und die Deutsche Dogge. In beiden Gruppen waren aber diese zwei Rassen auch am stärksten vertreten. Mit höherer Wahrscheinlichkeit ist bei diesen Hunden die getreidefreie Fütterung nur ein Nebenbefund und nicht die Ursache.</p>
<p class="post-text-block">Außerdem gab es in der Gruppe der vermeintlich unbedenklichen Futtersorten mit Getreide auch Fälle von erkrankten Hunden untypischer Rassen, nämlich mehrere Labrador Retriever, ein Australian Sheperd und ein Whippet. Die Aussage, dass die DCM bei sonst selten betroffenen Rassen nur im Zusammenhang mit getreidefreier, hülsenfruchthaltiger Fütterung auftritt, ist so nicht haltbar.</p>
<p class="post-text-block">Bedauernswerterweise wurde auch hier nicht der Kaloriengehalt der Futtersorten und eine mögliche Unterversorgung mit essentiellen Eiweißbestandteilen durch hochkalorische Futtermittel berücksichtigt.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-206c3b44fbff08683f85066d3c811eebd3d73a32" href="/galleries/blogauto/images/206c3b44fbff08683f85066d3c811eebd3d73a32.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/206c3b44fbff08683f85066d3c811eebd3d73a32.jpg);"></div></div>
<h2 id="unterschiede-der-herzgesundheit-bei-getreidefreier-vs-getreidehaltiger-ftterung">
<a href="#unterschiede-der-herzgesundheit-bei-getreidefreier-vs-getreidehaltiger-f%C3%BCtterung" aria-hidden="true" class="anchor" id="unterschiede-der-herzgesundheit-bei-getreidefreier-vs-getreidehaltiger-fütterung"></a>Unterschiede der Herzgesundheit bei getreidefreier vs. getreidehaltiger Fütterung</h2>
<p class="post-text-block">Bei der zweiten aktuellen Veröffentlichung handelt es sich um eine sogenannte Querschnittsstudie.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>2</a></sup> Dabei werden alle teilnehmenden Hundegruppen zu einem bestimmten Zeitpunkt untersucht und verschiedene medizinische Messwerte erhoben. Danach wird ermittelt, ob es bedeutsame Unterschiede der Messwerte zwischen diesen Gruppen gibt. Die Hundegruppen bestanden aus Tieren, die jeweils unterschiedlich ernährt wurden. Zum einen verglichen die Wissenschaftler/innen die Werte von Hunden, die ein getreidehaltiges Futter erhielten mit denen von Tieren, die ein getreidefreies Trockenfutter erhielten. Zum anderen wurde eine zweite Vergleichsgruppe aufgestellt. Der Vergleich erfolgte dabei zwischen Hunden, die entweder ein Futter mit Linsen, Erbsen oder Kartoffeln unter den ersten 10 Zutaten gefüttert bekamen oder solchen, bei deren Futter diese drei Zutaten in geringerem Maß oder gar nicht vorhanden waren.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-9e8493b703855207ba78e783856172896f482160" href="/galleries/blogauto/images/9e8493b703855207ba78e783856172896f482160.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/9e8493b703855207ba78e783856172896f482160.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Nur bei einem einzigen Messwert konnten die Forscher/innen einen bedeutsamen Unterschied feststellen. Sowohl die Hunde der getreidefrei ernährten Gruppe als auch diejenigen, die ein Futter mit Erbsen, Linsen oder Kartoffeln erhielten, wiesen im Gegensatz zu ihrer Vergleichsgruppe höhere Werte von kardialem Troponin I (cTNI) auf. Dabei handelt es sich um bestimmte Eiweißbestandteile, die bei Herzschäden vermehrt im Blut freigesetzt werden.
Die Verwendung der Troponinwerte zur Beurteilung der Herzgesundheit ist bei Hunden noch relatives Neuland. Bisher gibt es nur kleine, einzelne Untersuchungen und Diskussionen bezüglich verschiedener Grenzwerte. Der Wert kann zudem durch verschiedenste Ursachen ansteigen, die erstmal wenig mit dem Herz zu tun haben, wie durch Zeckenerkrankungen, Nierenerkrankungen, anderweitigen Entzündungen oder höherem Lebensalter.
Im Zusammenhang mit der DCM wurden bereits einige Studien veröffentlicht.</p>
<p class="post-text-block">Zu beachten ist dabei: Alle Hunde der Futter- Studie wiesen im Herzultraschall keine Auffälligkeiten und Unterschiede bezüglich ihrerer Herzgesundheit  auf.
Der Troponinwert kann aber bei erhöhten Werten auf sehr frühe Phase der DCM hinweisen.  Hier könnte die Vermutung abgeleitet werden, dass die im Vergleich erhöhten Werte bei Fütterung von Erbsen, Linsen und Kartoffeln darauf hindeuten, dass die Hunde später eine DCM entwickeln werden. In einer Studie entwickelten aber nur diejenigen, während des Untersuchungszeitraumes gesunden Dobermänner in den folgenden 1 ½ Jahren eine DCM, deren kardialer Troponin I Wert über 0,2 ng/ml lag.  In der Literatur wird auch erst ein Grenzwert von über 0,2 ng/ml als relevant für Herzerkrankungen betrachtet.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>3</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>4</a></sup> Die mittlere Wert der getreidefrei ernährten Hunde befand sich in der Studie bei 0,076 ng/ml und bei der Erbsen-, Linsen- und Kartoffelgruppe bei 0,059 ng/ml.  Die Schlussfolgerung der Forscher/innen lautet daher auch: Mit den derzeitigen Daten kann die Frage nicht beantwortet werden, ob die Troponin Erhöhungen überhaupt relevant für die Entstehung einer DCM sind und ob jene Hunde die Krankheit später entwickeln. Außerdem wurde nur ein Teil der Hunde weitergehend auf andere Krankheiten untersucht, die den Troponinwert erhöhen können.</p>
<p class="post-text-block">Ein weiterer kritischer Punkt ist die Einteilung der Futtersorten in die verschiedenen Gruppen. Denn im Vergleich von getreidefrei ernährten Hunden mit den Tieren, die getreidehaltiges Futter bekamen, tauchen in der Liste der getreidehaltigen Sorten mehrere mit Linsen, Kartoffeln und Erbsen auf.</p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block"><strong>Auch diese Veröffentlichungen vom Frühjahr 2021 tragen nicht wesentlich zur Klärung der Frage bei, ob getreidefreies und/oder hülsenfruchthaltiges Futter DCM verursachen kann.</strong> Da es bisher weder eine wirkliche Bestätigung noch Entwarnung gibt, bleibt das Warten auf aussagekräftigere Daten und Analysen. Unbestreitbar ist jedoch der Wert einer frühen Entdeckung der Krankheit, da eine frühzeitige Behandlung der DCM den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst. Die regelmäßige Rücksprache mit den Tiermediziner/innen des Vertrauens und ein waches Auge auf Symptome von Herzerkrankungen sind im Sinne der Herzgesundheit nie verkehrt. Mehr Informationen zum Troponin Wert in der Diagnostik von Herzerkrankungen sind <a href="https://www.tieraerzteverlag.at/vetjournal/herzerkrankungen-auf-der-spur">hier</a> zu finden. Möglicherweise bietet eine regelmäßige Kontrolle dieses Wertes außerdem die Option, bei der Verfütterung von den als potenziell kritisch eingestuften Sorten Tendenzen einer DCM frühzeitig zu erkennen.</p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Walker, A. L. et al. (2021) Association of diet with clinical outcomes in dogs with dilated cardiomyopathy and congestive heart failure. Journal of Veterinary Cardiology. Elsevier. doi: 10.1016/J.JVC.2021.02.001. <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Adin, D. et al. (2021) Effect of type of diet on blood and plasma taurine concentrations, cardiac biomarkers, and echocardiograms in 4 dog breeds. Journal of Veterinary Internal Medicine. John Wiley &amp; Sons, Ltd, p. jvim.16075. doi: 10.1111/jvim.16075. <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Sleeper MF, Clifford CA, Laster LL: Cardiac Troponin I in the Normal Dog and Cat. J Vet Intern Med, 15, 501-503, 2001. <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block">Wess, Gerhard &amp; Simak, J &amp; Mahling, Monia &amp; Hartmann, Katrin. (2010). Cardiac Troponin I in Doberman Pinschers with Cardiomyopathy. Journal of veterinary internal medicine / American College of Veterinary Internal Medicine. 24. 843-9. 10.1111/j.1939-1676.2010.0516.x. <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
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</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>CBD für den Hund -Studien zu Wirkung und Nebenwirkungen bei Schmerzen</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/cbd-fr-den-hund--studien-zu-wirkung-und-nebenwirkungen-bei-schmerzen</link>
   <guid>cbd-fr-den-hund--studien-zu-wirkung-und-nebenwirkungen-bei-schmerzen</guid>
   <pubDate>Wed, 20 Jan 2021 16:18:24 +0100</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">CBD Öl oder anderweitige CBD Produkte für den Hund erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert. CBD Öl soll Schmerzen lindern, Angst verringern oder Verdauungsprobleme beheben. Nahrungsergänzungsmittel wie das CBD Öl werden oft basierend auf Erfahrungen hinsichtlich ihrer Wirkung und Nebenwirkungen bewertet. Die auf Erfahrungswerten beruhenden Schlussfolgerungen sind aber nur eingeschränkt aussagekräfig und fehlerbehaftet. Mittlerweile gibt es jedoch kontrollierte Studien zu der Wirkung von CBD und den potenziellen Nebenwirkungen.</p>
<h2 id="was-ist-cbd">
<a href="#was-ist-cbd" aria-hidden="true" class="anchor" id="was-ist-cbd"></a>Was ist CBD</h2>
<p class="post-text-block">Die Hanfpflanze besitzt viele verschiedene Bestandteile, deren Konzentration sich je nach Sorte und Geschlecht unterscheidet. Zu den Bestandteilen gehören die sogenannten Cannabinoide. Unter den über 100 verschiedenen Cannabinoiden der Hanfpflanzen dürfte wohl THC am bekanntesten sein. Mit Hitze aufbereitet sorgt es für eine berauschende, psychoaktive Wirkung.</p>
<p class="post-text-block">Ein weiteres Cannabinoid gelangt jedoch zunehmend in den Fokus: Das CBD. Im Gegensatz zum THC wirkt dieser Hanfbestandteil nicht berauschend und besitzt auch bei sehr hohen Dosen keine toxische Wirkung. Dafür könnte CBD möglicherweise bei verschiedenen Erkrankungen helfen. So kann CBD eine schmerzlindernde Wirkung entfalten, indem es in mehrere Systeme des Körpers eingreift, die für die Wahrnehmung von Schmerzen verantwortlich sind.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup> Weiterhin deuten mehrere Studienergebnisse darauf hin, dass CBD zu einer Abnahme von entzündungsfördernden Stoffen beitragen kann.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-B" id="fnref-B" data-footnote-ref>2</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>3</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>4</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>5</a></sup>.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-8ec412682fa722abafe2eec519e1f7a46b02117d" href="/galleries/blogauto/images/8ec412682fa722abafe2eec519e1f7a46b02117d.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/8ec412682fa722abafe2eec519e1f7a46b02117d.jpg);"></div></div>
<h2 id="cbd-als-mittel-gegen-schmerzen-beim-hund">
<a href="#cbd-als-mittel-gegen-schmerzen-beim-hund" aria-hidden="true" class="anchor" id="cbd-als-mittel-gegen-schmerzen-beim-hund"></a>CBD als Mittel gegen Schmerzen beim Hund</h2>
<p class="post-text-block">Bereits ab dem zweiten Lebensjahr zeigen 20 Prozent der Vierbeiner einer Studie zufolge Verschleißerscheinungen der Gelenke<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F" data-footnote-ref>6</a></sup>. Diese gehen mit Entzündungen und Schmerzen sowohl an den Gelenken als auch an der umgebenden Muskulatur einher. Um Hunden mit entsprechenden Beschwerden zu helfen, benötigen sie schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkstoffe. Dabei stehen bereits verschiedene Medikamente zur Verfügung.</p>
<p class="post-text-block">Klassische entzündungshemmende Arzneistoffe können in vielen Fällen deutlich die Schmerzen lindern und sind hinsichtlich ihrer Wirkung gut untersucht. Auch wenn die meisten Hunde die entsprechenden Medikamente gut vertragen, treten bei einigen Tieren unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf. Das ist besonders kritisch bei chronisch erkrankten Hunden, die auf eine langfristige medikamentöse Behandlung angewiesen sind. Am häufigsten  treten Nebenwirkungen im Bereich des Magen- und Darmtraktes auf. Aber auch Leber- und Nierenschäden können eine Folge sein. Da die Verträglichkeit von Schmerzmitteln sehr individuell ist, kann eine größere Auswahl an möglichen Behandlungsoptionen dabei helfen, das ideale Medikament für den jeweiligen Hund auszuwählen. Um zu ermitteln, ob CBD eine Alternative oder Ergänzung zu den bisher etablierten Medikamenten ist, sind bisher zwei interessante Studien durchgeführt worden.</p>
<h2 id="studien-zur-anwendung-von-cbd-beim-hund">
<a href="#studien-zur-anwendung-von-cbd-beim-hund" aria-hidden="true" class="anchor" id="studien-zur-anwendung-von-cbd-beim-hund"></a>Studien zur Anwendung von CBD beim Hund</h2>
<p class="post-text-block">Ein amerikanisches Forscherteam rekrutierte für die Studie 16 Hunde, die an Arthrose erkrankt waren. Die Arthrose ist eine chronische, entzündliche und schmerzhafte Erkrankung der Gelenke. Sie erhielten über 4 Wochen CBD und 4 weitere Wochen ein identisch aussehendes Scheinmittel. Sowohl die Halter/innen der Hunde als auch die beurteilenden Tiermediziner/innen blieben dabei in Unkenntnis, ob sie den Wirkstoff oder das Scheinmittel verabreichten. Die Vorgehensweise mit einer sogenannten Placebophase ermöglicht zu ermitteln, ob auftretende positive Effekt wirklich auf den Wirkstoff zurückgehen. Jeweils nach zwei und vier Wochen erfolgten Kontrollen des Schmerzzustandes. Die Hundebesitzer/innen und Tiermediziner/innen erfassten hierfür die Schmerzen durch standardisierte Fragebogen-Methoden. In den Wochen der CBD Behandlung zeigten die Hunde ein höheres Maß an Aktivität und Wohlbefinden im häuslichen Umfeld, was auf eine deutliche Schmerzreduktion hindeutet. Auch die veterinärmedizinische Begutachtung ergab eine Abnahme der Schmerzen durch das Mittel. Eine deutliche verringerte Lahmheit war hingegen nicht zu beobachten.</p>
<p class="post-text-block">Das bedeutsame Ausmaß an Schmerzreduktion durch CBD in einer kontrollierten Studie ist ein vielversprechendes Ergebnis. Allerdings war dabei nicht CBD-Öl allein am Werk, sondern die Hunde erhielten über den gesamten Zeitraum ihre gewohnte Schmerztherapie. Es verbesserte jedoch in dieser Studie zusätzlich den Schmerzzustand.</p>
<p class="post-text-block">Die CBD-Gabe löste keine auffälligen Nebenwirkungen aus. Allerdings wiesen die Hunde während der CBD-Wochen eine Erhöhung eines Leberenzyms, der Alanin Aminotransferase, kurz ALT, auf. Da ein großer Anteil von CBD in der Leber verstoffwechselt wird, ist der erhöhte Wert nicht verwunderlich und hat unter Umständen keine größere Bedeutung für die Gesundheit. Dennoch sollten die Veränderungen den Angaben zufolge im Auge behalten werden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F-2" data-footnote-ref>6</a></sup></p>
<p class="post-text-block">In einer weiteren Studie verglichen Wissenschaftler/innen vier verschiedene Gruppen von unter Arthrose leidenden Hunden. Eine Gruppe erhielt eine niedrige Dosierung CBD Öl von 20 mg pro Tag und eine weitere eine hohe Dosierung von 50 mg pro Tag. Die zwei weiteren Gruppen bestanden aus einer Placebogruppe mit einem Scheinmittel und einer niedrigen 20 mg Dosierung pro Tag eines speziell aufbereiteten, besser für den Körper verwertbaren CBD Öls. Auch bei dieser Untersuchung beurteilten die die Besitzer/innen und Tiermediziner/innen die Schmerzen mit standardisierten Methoden. Eine bedeutsame Verbesserung der Schmerzsituation wiesen die Hunde auf, welche die hohe Dosierung oder das speziell aufbereitete CBD bekamen. Die Hunde dieser zwei Gruppen zeigten eine verbesserte Beweglichkeit, waren bewegungsfreudiger und standen weniger schwerfällig auf.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-I" id="fnref-I" data-footnote-ref>7</a></sup></p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-f175f9a37e8ac18ca78dbdf2dc4fff2303c04481" href="/galleries/blogauto/images/f175f9a37e8ac18ca78dbdf2dc4fff2303c04481.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/f175f9a37e8ac18ca78dbdf2dc4fff2303c04481.jpg);"></div></div>
<h2 id="cbd-und-seine-potenziellen-nebenwirkungen">
<a href="#cbd-und-seine-potenziellen-nebenwirkungen" aria-hidden="true" class="anchor" id="cbd-und-seine-potenziellen-nebenwirkungen"></a>CBD und seine potenziellen Nebenwirkungen</h2>
<p class="post-text-block">Die Studien zur Behandlung von Arthroseschmerzen sind äußerst vielversprechend. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein wirksamer Stoff keinerlei Nebenwirkungen über sämtliche Individuen hinweg zeigt. Wirksamkeit bei völliger Abwesenheit von Nebenwirkungen ist eher ein Versprechen zahlreicher wirkungsloser Nahrungsergänzungsmittel als medizinische Realität.</p>
<p class="post-text-block">In den bisherigen Studien zu CBD führte dieses bei vielen Hunden zu erhöhten Leberenzymen. Das ist kein ungewöhnlicher Umstand bei vielen Medikamenten, welche zu großen Teilen in der Leber verstoffwechselt werden. Auch ist eine leichte Erhöhung kein direkter Hinweis darauf, dass die Leber geschädigt wird. Langfristig müssen aber solche Entwicklungen im Auge behalten werden, um bei einem weiteren Steigen der Werte einzugreifen und Leberschäden zu vermeiden. Gerade bei älteren Hunde ist die Leber weniger widerstands- und regenerationsfähig als bei jüngeren Hunden. Auch Tiere mit Entzündungsgeschehen wie im Fall einer Arthrose neigen verstärkt zu arzneimittelbedingten Leberschäden.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-J" id="fnref-J" data-footnote-ref>8</a></sup> Bis zum Vorliegen weiterer Langzeitdaten lautet die Empfehlung in den Arbeiten, regelmäßig Bluttests zur Kontrolle der Leberfunktion durchzuführen.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-F" id="fnref-F-3" data-footnote-ref>6</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>9</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-K" id="fnref-K" data-footnote-ref>10</a></sup></p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block">CBD Öl hat in ausreichender Dosierung das Potenzial, Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Kontrollierte Studien zeigen einen möglichen Nutzen bei von entzündlichen Gelenkerkrankungen betroffenen Hunden. Als freiverkäufliches Mittel fehlt bei Verwendung von CBD aber oft die notwendige Beratung durch Veterinärmediziner/innen. Erhält der Hund CBD, sollten unbedingt regelmäßig die Leberwerte und die Leberfunktion kontrolliert werden. Das gilt insbesondere für ältere Hunde und solche, die unter Arthrose leiden. CBD führt in vielen Fällen zu einer Erhöhung der Leberenzyme und bedarf daher deren langfristigen Überwachung.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-34dedf4f1ef64070160845e9f9a7f36fbaad74fd" href="/galleries/blogauto/images/34dedf4f1ef64070160845e9f9a7f36fbaad74fd.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/34dedf4f1ef64070160845e9f9a7f36fbaad74fd.jpg);"></div></div>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Maione S, Piscitelli F, Gatta L, Vita D, De Petrocellis L, Palazzo E, et al. Non-psychoactive cannabinoids modulate the descending pathway of antinociception in anaesthetized rats through several mechanisms of action. Br J Pharmacol. (2011) 162:584–96. doi: 10.1111/j.1476-5381.2010.01063.x <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-B">
<p class="post-text-block">Thomas, A., Baillie, G. L., Phillips, A. M., Razdan, R. K., Ross, R. A., &amp; Pertwee, R. G. (2007). Cannabidiol displays unexpectedly high potency as an antagonist of CB1 and CB2 receptor agonists in vitro. British Journal of Pharmacology 150, 613–623. <a href="#fnref-B" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block">Ben-Shabat S, Hanuš LO, Katzavian G, Gallily R. New cannabidiol derivatives: synthesis, binding to cannabinoid receptor, and evaluation of their antiinflammatory activity. J Med Chem. (2006) 49:1113–7. doi: 10.1021/jm050709m <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Mechoulam R, Peters M, Murillo‐Rodriguez E, Hanus LO (2007). Cannabidiol – recent advances. Chem Biodivers 4: 1678–1692. <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Rahn EJ, Hohmann AG (2009). Cannabinoids as pharmacotherapies for neuropathic pain: from the bench to the bedside. Neurotherapeutics 6: 713–737. <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-F">
<p class="post-text-block">Gamble LJ, Boesch JM, Frye CW, Schwark WS, Mann S, Wolfe L, et al. Pharmacokinetics, safety, and clinical efficacy of cannabidiol treatment in osteoarthritic dogs. Front Vet Sci. (2018) 5:165. doi: 10.3389/fvets.2018.00165 <a href="#fnref-F" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a> <a href="#fnref-F-2" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6-2" aria-label="Back to reference 6-2">↩<sup class="footnote-ref">2</sup></a> <a href="#fnref-F-3" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6-3" aria-label="Back to reference 6-3">↩<sup class="footnote-ref">3</sup></a></p>
</li>
<li id="fn-I">
<p class="post-text-block">Verrico CD, Wesson S, Konduri V, Hofferek CJ, Vazquez-Perez J, Blair E, Dunner K Jr, Salimpour P, Decker WK, Halpert MM. A randomized, double-blind, placebo-controlled study of daily cannabidiol for the treatment of canine osteoarthritis pain. Pain. 2020 Sep 1;161(9):2191-2202. doi: 10.1097/j.pain.0000000000001896. PMID: 32345916; PMCID: PMC7584779. <a href="#fnref-I" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="7" aria-label="Back to reference 7">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-J">
<p class="post-text-block">Rodríguez L.A.G., Williams R., Derby L.E., Dean A.D. and Jick H. (1994), "Acute liver injury associated with nonsteroidal anti-inflammatory drugs and the role of risk factors." Archives of Internal Medicine 154 (3): 311-316. <a href="#fnref-J" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="8" aria-label="Back to reference 8">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block">Bartner LR, McGrath S, Rao S, Hyatt LK, Wittenburg LA. Pharmacokinetics of cannabidiol administered by 3 delivery methods at 2 different dosages to healthy dogs. Can J Vet Res. (2018) 82:178–83. <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="9" aria-label="Back to reference 9">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-K">
<p class="post-text-block">McGrath, S.; Bartner, L.R.; Rao, S.; Kogan, K.R.; Hellyer, P.W. A Report of Adverse Efects Associated with the Administration of Cannabidiol in Healthy Dogs. J. AHVMA 2018, 52, 34–38. <a href="#fnref-K" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="10" aria-label="Back to reference 10">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
<div class='vgwort-counter'><img src='https://ssl-vg03.met.vgwort.de/na/622598b944a04e129bb6ff96d35965d1' alt='' />
</div>]]>
   </description>
  </item>
  <asd/>
  <item>
   <title>Spielt die Art der Erziehungsmethode eine Rolle für das Wohlbefinden des Hundes?</title>
   <author>Anna Pietschmann</author>
   <link>https://fluffology.de/post/spielt-die-art-der-erziehungsmethode-eine-rolle-fr-das-wohlbefinden-des-hundes</link>
   <guid>spielt-die-art-der-erziehungsmethode-eine-rolle-fr-das-wohlbefinden-des-hundes</guid>
   <pubDate>Sun, 10 Jan 2021 15:43:52 +0100</pubDate>
   <description type="html">
    <![CDATA[<p class="post-text-block">Neben Diskussionen über die richtige oder falsche Ernährung des Hundes, ist dessen Erziehung ein weiterer Dauerbrenner. Ein Thema, zu dem es viele Meinungen, aber noch wenig fundierte Erkenntnisse jenseits der Grundlagen gibt. Ein Team aus Wissenschaftlerinnen ist daher den Einflüssen des  Erziehungsstils auf das Wohlbefinden des Hundes nachgegangen.</p>
<h2 id="erziehung-des-hundes-ist-notwendig">
<a href="#erziehung-des-hundes-ist-notwendig" aria-hidden="true" class="anchor" id="erziehung-des-hundes-ist-notwendig"></a>Erziehung des Hundes ist notwendig</h2>
<p class="post-text-block">Hunde, die eng mit ihrem Menschen zusammenleben, stehen oft vor zahlreichen Herausforderungen. Viele der hündischen Verhaltensweisen sind aus menschlicher Perspektive unerwünscht und müssen reguliert werden. Schließlich erwarten wir vom Hund, dass er stubenrein ist, ohne zu ziehen an der Leine läuft und nicht unkontrolliert jagen geht. In den meisten Fällen benötigt der Haushund daher ein gewisses Maß an Erziehung, also die aktive Beeinflussung seines Verhaltens durch den Menschen.</p>
<p class="post-text-block">Darüber, welche Erziehungsmaßnahmen am geeignetsten und erfolgreichsten sind, wird teils emotional diskutiert. Oft taucht in diesem Rahmen die Frage auf, wie sich die unterschiedlichen Methoden der Erziehung auf das Wohlbefinden des Hundes auswirken. Eine aktuelle Studie beschäftigt sich nun genau mit dieser Fragestellung.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-A" id="fnref-A" data-footnote-ref>1</a></sup></p>
<h2 id="erziehungsmethoden-von-hunden-unter-der-lupe">
<a href="#erziehungsmethoden-von-hunden-unter-der-lupe" aria-hidden="true" class="anchor" id="erziehungsmethoden-von-hunden-unter-der-lupe"></a>Erziehungsmethoden von Hunden unter der Lupe</h2>
<p class="post-text-block">Die an der Untersuchung teilnehmenden Hundeschulen wurden jeweils einer von drei Gruppen zugeteilt. Die Zuordnung basierte dabei auf der erzieherischen Ausrichtung der unterschiedlichen Hundetrainer/innen. Um diese zu beurteilen, begutachteten die Wissenschaftlerinnen Trainingsvideos der verschiedenen Hundeschulen. Hundeschulen, die als erzieherische Maßnahmen hauptsächlich unangenehme Konsequenzen wie Leinenrucke, oder körperliche Bedrohungen für unerwünschtes Verhalten verwendeten, teilten sie der sogennanten “Aversivgruppe” zu. Hundetrainer/innen deren Training vorrangig im Belohnen von erwünschtem Verhalten bestand und die möglichst keine unangenehmen Reize in ihr Training integrierten, bildeten die “Belohnungsgruppe. In der sogennanten “gemischten Gruppe” kamen sowohl Belohnungen als auch unangenehme, aversive Maßnahmen zum Einsatz.</p>
<p class="post-text-block">Für die Studie selbst nahmen insgesamt 92 Hund-Mensch-Teams der jeweiligen Hundeschulen teil. Hunde mit Verhaltensproblemen schlossen die Forscherinnen von der Untersuchung aus. Würden sich zufallsbedingt in einer Gruppe vermehrt Hunde mit Angst- oder Aggressionsproblemen befinden, könnte das zu einer verfälschten Bewertung der Erziehungsmethoden führen.</p>
<p class="post-text-block">Von Interesse waren sowohl die Auswirkungen der Erziehungsmethoden innerhalb von Trainingssituationen als auch das Wohlbefinden außerhalb des Trainingskontexts gewesen. Um die Gefühlslage und Stressbelastung der Hunde innerhalb des Trainings  zu ermitteln, werteten drei Forscherinnen unabhängig voneinander Videos der 92 Vierbeiner im Training aus. Die bewertenden Personen befanden sich in Unkenntnis, zu welcher Gruppe die Hund-Mensch Gespanne gehörten. Sie prüften dann anhand eines vorher definierten Verhaltenskatalogs, wie häufig die Hunde auf Stress und Konflikt deutendes Verhalten zeigten. Zu den zu erfassenden Verhaltensweisen gehörten unter Anderem das Anheben der Vorderpfote, Kriechen, Aufschreien, deutliches Weglaufen oder Wegdrehen vom Menschen. Außerdem wurde der Cortisolgehalt im Hundespeichel ermittelt. Ein erhöhter Cortisolgehalt kann ein Hinweis für körperliche und mentale Belastung sein.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-f968bc5e685a38fa936cffb72c963613ca7cbf0f" href="/galleries/blogauto/images/f968bc5e685a38fa936cffb72c963613ca7cbf0f.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/f968bc5e685a38fa936cffb72c963613ca7cbf0f.jpg);"></div></div>
<h2 id="ber-pessimistische-und-optimistische-hunde">
<a href="#%C3%BCber-pessimistische-und-optimistische-hunde" aria-hidden="true" class="anchor" id="über-pessimistische-und-optimistische-hunde"></a>Über pessimistische und optimistische Hunde</h2>
<p class="post-text-block">Die Bewertung des Wohlbefindens der Vierbeiner außerhalb des Trainings erfolgte mittels des sogenannten kognitiven Bias Tests. Dieser Test basiert auf bei Menschen bewährten Verfahren.</p>
<p class="post-text-block">Unsere Stimmung und unser emotionaler Zustand beeinflussen, wie wir die Welt wahrnehmen und denken. Das wird besonders in mehrdeutigen Situationen deutlich, die uns täglich begegnen. So muss beispielsweise interpretiert werden, ob das Lächeln eines Mitmenschens eine freundliche Geste ist, oder ob man ausgelacht wird. Viele Personen, die unter einer Depression und negativen Gefühlslage leiden, tendieren zu besonders negativen Interpretationen. Dadurch bewerten sie neutrale oder uneindeutige Gesichtsausdrücke und Verhaltensweisen von Mitmenschen tendenziell negativer und pessimistischer. <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-C" id="fnref-C" data-footnote-ref>2</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-D" id="fnref-D" data-footnote-ref>3</a></sup>.
Insgesamt neigen also Personen mit eher negativer Gefühlslage zu einer pessimistischen, negativen Sicht und Menschen mit positiver Stimmung eher zu Optimismus und positiven Interpretationen. Diese Verzerrungen des Denkens und der Wahrnehmung werden im Englischen als Bias bezeichnet.</p>
<p class="post-text-block">Auch bei Tieren sind ähnliche Zusammenhänge zu beobachten. Ratten lernten in einer Untersuchung, dass sie bei einem bestimmten Ton eine Taste drücken mussten, um einer Bestrafung zu entgehen. Im weiteren Verlauf hörten die Ratten unterschiedlichste Töne. Die eher mutigen Ratten reagierten nur auf das speziell mit der potenziellen Bestrafung verknüpfte Geräusch mit Tastendruck. Ängstliche Ratten hingegen zeigten bei viel mehr Tönen eine Reaktion. Sie interpretierten also viel mehr Reize als bedrohlich im Gegensatz zu den mutigeren Ratten.<sup class="footnote-ref"><a href="#fn-E" id="fnref-E" data-footnote-ref>4</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Derartige Zusammenhänge ermöglichen in einem gewissen Maß den Rückschluss vom Verhalten auf die Stimmung und die Gefühlslage. Von vorsichtigem, pessimistischem Verhalten wird auf eine eher negative emotionale Lage geschlossen. Diese kann auf ein reduziertes Wohlbefinden und eine niedrigere Lebensqualität hindeuten.</p>
<p class="post-text-block">Im speziell für Hunde entwickelten kognitiven Bias Test lernt der Hund, dass es aus verschiedenen Futterschüsseln auf der einen Seite immer zuverlässig Futter gibt, während er auf der anderen Seite immer leer ausgeht. Interessant ist dabei das Verhalten, welches die Hunde an zwischen diesen Orten liegenden Schüsseln zeigen. Bei Hunden mit negativer Gefühlslage wird eher pessimistisches Verhalten erwartet. Sie nähern sich beispielsweise zögerlicher und langsamer den Futternäpfen an, die in der Nähe der futterlosen Schüsseln stehen.</p>
<h2 id="zu-viele-strafen-knnen-stressen">
<a href="#zu-viele-strafen-k%C3%B6nnen-stressen" aria-hidden="true" class="anchor" id="zu-viele-strafen-können-stressen"></a>Zu viele Strafen können stressen</h2>
<p class="post-text-block">Die Hunde aus der Gruppe, in der vorrangig mit unangenehmen Konsequenzen gearbeitet wurde, zeigten erwartungsgemäß am häufigsten Anzeichen von Stress und Konflikt. Weniger Stressanzeichen und Meideverhalten war bei den Hunden aus der Mischgruppe zu beobachten. Diese Vierbeiner von Hundeschulen, die sowohl unangenehme als auch angenehme Konsequenzen wie Leckerlies erhielten, zeigten aber im Gegensatz zu der reinen Belohnungsgruppe immernoch mehr Stressignale.</p>
<p class="post-text-block">Dafür verhielten sich die Hunde aus vorrangig aversiv arbeitenden Gruppe weniger aufgeregt als die der beiden anderen. Ein allgemein entspannter Zustand war aber bei der gemischten und belohnenden Gruppe bedeutsam häufiger zu verzeichnen.</p>
<p class="post-text-block">Bei der Kontrolle des Stresshormons Cortisol verzeichneten die Forscher/innen nur Unterschiede nach den Trainingseinheiten. Von Bedeutung war diesbezüglich vor allen Dingen der Unterschied zwischen der Belohnungsgruppe und der nur mit negativ Konsequenzen arbeitenden Aversivgruppe. Letztere wiesen im Vergleich einen deutlich höheren Anstieg an Cortisol auf,  was ein Anzeichen für eine erhöhte Stressbelastung in dieser Gruppe sein kann.</p>
<p class="post-text-block">In dem die Stimmung und das Wohlbefinden des Hundes ermittelnden Cognitive Bias Test,  verhielten sich die Hunde aus der Aversivgruppe am zögerlichsten. Das könnte ein Hinweis für einen eher negativen Gefühlszustand sein, der länger andauert.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-bed6bf5f8d4c873f099a3221db9190d98512d569" href="/galleries/blogauto/images/bed6bf5f8d4c873f099a3221db9190d98512d569.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/bed6bf5f8d4c873f099a3221db9190d98512d569.jpg);"></div></div>
<h2 id="gut-gemeint-ist-nicht-gut-gemacht">
<a href="#gut-gemeint-ist-nicht-gut-gemacht" aria-hidden="true" class="anchor" id="gut-gemeint-ist-nicht-gut-gemacht"></a>Gut gemeint ist nicht gut gemacht</h2>
<p class="post-text-block">Es ist nicht verwunderlich, dass die Anzeichen für Stress und Konfliktverhalten umso stärker waren, je mehr unangenehme Konsequenzen im Training verwendet wurden. Schließlich liegt es ja in der Natur der Sache, dass die entsprechenden Reize wie Leinenrucke oder körperliche Einschränkungen auch als unangenehm vom Hund empfunden werden. Ansonsten würden sie nichts am Verhalten der Hunde ändern und die angestrebten Erziehungsziele würden nicht erreicht werden.</p>
<p class="post-text-block">Interessanter ist der Gehalt des Stresshormons Cortisol nach den Trainingseinheiten. Dieser war in der Aversivgruppe besonders hoch. Die Hunde schienen daher durch das Training nachhaltiger gestresst zu sein. Im Vergleich zu anderen Studien, in denen der Cortisolspiegel nach unangenehmen Reizen bei den Hunden gemessen wurde, fielen diese niedriger aus. Als mögliche Ursache dafür führen die Forscherinnen die Art der unangenehmen Konsequenzen an. Bei anderen Arbeiten bestanden diese hauptsächlich aus vom Menschen abgekoppelten Umweltreizen wie Stromschläge oder plötzliche laute Geräusche. Bei den mit aversiven Konsequenzen arbeitenden Gruppen dieser Studie wurden hingegen hauptsächlich vom Menschen ausgehende soziale Konsequenzen verwendet. Solche Einwirkungen sind möglicherweise von den Hunden besser einschätzbar gewesen, was zu einer geringeren Stressbelastung führt. Je kontrollierbarer und einschätzbarer und damit in Folge erfolgreich vermeidbarer ein unangenehmer Reiz für den Hund ist, desto weniger wird er davon gestresst <sup class="footnote-ref"><a href="#fn-G" id="fnref-G" data-footnote-ref>5</a></sup><sup class="footnote-ref"><a href="#fn-H" id="fnref-H" data-footnote-ref>6</a></sup></p>
<p class="post-text-block">Eine weitere spannende Beobachtung: Wie sehr ein aversives Hilfsmittel den Hund stresst, hängt vorrangig von dessen Einsatz ab. Exemplarisch wird der Vergleich zwischen zwei Hundeschulen der Studie angeführt. In der einen arbeitenden die Halter/innen mit Stachelhalsbändern, in der anderen mit Kettenhalsbändern. Die Hunde aus der mit Kettenhalsbändern arbeitenden Hundeschule wiesen aber mehr Stressverhalten auf.</p>
<div class="galleries-block"><div id="gallery-blogauto-2eae5710e991159af1a944af8b92ff42c2e0bbb7" href="/galleries/blogauto/images/2eae5710e991159af1a944af8b92ff42c2e0bbb7.jpg" class="galleries-image popup-img" style="background-image: url(/galleries/blogauto/images/2eae5710e991159af1a944af8b92ff42c2e0bbb7.jpg);"></div></div>
<p class="post-text-block">Ebenso von Bedeutung ist, ob der Hund vermeintlich angenehme Konsequenzen und Belohnungen auch wirklich als solche auffasst. Die Hunde einer Hundeschule, in welcher die Tiere ausschließlich durch Streicheln belohnt werden sollten, zeigten die höchste Anzahl unterschiedlicher Stressanzeichen. Die Wissenschaftlerinnen vermuten zusätzlich, dass hochwertige Belohnungen wie besonders leckeres Essen das Stresslevel senken können, wenn im Training auch auf unangenehme Reize zurückgegriffen wird.</p>
<h2 id="fazit">
<a href="#fazit" aria-hidden="true" class="anchor" id="fazit"></a>Fazit</h2>
<p class="post-text-block"><strong>Den Daten der Studie zufolge sind Hunde möglicherweise umso gestresster, je mehr unangenehme Reize ihnen im Training zugeführt werden. Basieren die Erziehungsmaßnahmen ausschließlich auf negativen Konsequenzen, könnte das langfristig das Wohlbefinden der Hunde verschlechtern und sich negativ auf deren Gefühlslage auswirken. Aversive Einwirkungen wie Leinenrucke oder körperliche und stimmliche Bedrohungen wirken sich ganz besonders dann belastend aus, wenn sie für den Hund nicht einschätzbar und kontrollierbar sind. Entgegen einiger zirkulierender Vermutungen scheinen sich Mischformen des Trainings, die aversive Einwirkungen und Belohnungen kombinieren, nicht negativer auszuwirken als ein Training, welches ausschließlich aus Korrekturen besteht. Die Verwendung von hochwertigen Belohnungen scheint also auch in Mischformen des Trainings sinnvoll zu sein. Eine erhöhte Stressbelastung durch die Erwartung auf Belohnungen war bei den Hunden der Belohnungsgruppe in dieser Studie nicht zu beobachten.</strong></p>
<section class="footnotes" data-footnotes>
<ol class="post-text-block">
<li id="fn-A">
<p class="post-text-block">Vieira de Castro AC, Fuchs D, Morello GM, Pastur S, de Sousa L, Olsson IAS (2020) Does training method matter? Evidence for the negative impact of aversive-based methods on companion dog welfare. PLoS ONE 15(12): e0225023. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pone.0225023">https://doi.org/10.1371/journal.pone.0225023</a> <a href="#fnref-A" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="1" aria-label="Back to reference 1">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-C">
<p class="post-text-block">Lee JS, Mathews A, Shergill S, Yiend J. Magnitude of negative interpretation bias depends on severity of depression. Behav Res Ther. 2016;83: 26–34. pmid:27262590 <a href="#fnref-C" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="2" aria-label="Back to reference 2">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-D">
<p class="post-text-block">Hindash, A.H.C., Amir, N. Negative Interpretation Bias in Individuals with Depressive Symptoms. Cogn Ther Res 36, 502–511 (2012). <a href="https://doi.org/10.1007/s10608-011-9397-4">https://doi.org/10.1007/s10608-011-9397-4</a> <a href="#fnref-D" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="3" aria-label="Back to reference 3">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-E">
<p class="post-text-block">Anderson MH, Hardcastle C, Munafò MR, Robinson ESJ. Evaluation of a novel translational task for assessing emotional biases in different species. Cogn Affect Behav Neurosci. 2012;12: 373–381. pmid:22183974 <a href="#fnref-E" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="4" aria-label="Back to reference 4">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-G">
<p class="post-text-block">Beerda B, Schilder MBH, van Hooff JARAM, de Vries HW, Mol JA. Behavioural, saliva cortisol and heart rate responses to different types of stimuli in dogs. Appl Anim Behav Sci. 1998; 58, 365–381. <a href="#fnref-G" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="5" aria-label="Back to reference 5">↩</a></p>
</li>
<li id="fn-H">
<p class="post-text-block">Schalke E, Stichnoth J, Ott S, Jones-Baade R. Clinical signs caused by the use of electric training collars on dogs in everyday life situations. Appl Anim Behav Sci. 2007; 105, 369–380. <a href="#fnref-H" class="footnote-backref" data-footnote-backref data-footnote-backref-idx="6" aria-label="Back to reference 6">↩</a></p>
</li>
</ol>
</section>
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